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  Buchbesprechung


Psalm 23
Aus der Sicht eines Schafhirten

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Keller, W. Phillip
3.Aufl. (2000)
Verlag Schulte & Gerth, ISBN: 3894376716


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Kirche, Führung

Psalm 23 ist wohl der bekannteste und am häufigsten gebetete Psalm – und andererseits auch der unbekannteste Psalm, denn viele Verse werden erst richtig verständlich, wenn man sie mit den Erklärungen eines Schafhirten liest. Erst unter diesem Blickwinkel wird deutlich, dass der Autor dieses wunderbaren Palms, nämlich David, selber sowohl Hirte als auch Schaf war, und zwar als Mitglied der Herde Gottes.

Auch ist der Vergleich von Schaf und Mensch so hergeholt nicht, denn das Schaf ist nach den Beschreibungen Kellers schon sehr menschenähnlich in seinem Herdentrieb, seinen Ängsten, seiner Zaghaftigkeit, seinem Eigensinn und seiner Dummheit! Sehr gelungen zeigt Keller Vers für Vers auf, wie die Schafe (und damit auch wir Menschen) nach den Worten des Psalmisten geführt werden müssen.

Aus Sicht der modernen Mitarbeiterführungsphilosophie sind hier viele wertvolle Hinweise auf verantwortungsvolles Management enthalten, zum Beispiel die Vorsorge, die ein Hirte ebenso wie ein Vorgesetzter für die ihm Anvertrauten tragen muss, indem es sie eben nicht ins kalte Wasser schickt und sich selbst überlässt, sondern vorausgeht, die richtigen Wege und Wasserstellen erkundet und Gefahren abwendet.

Führung mit Verantwortung könnte man diese Philosophie der Hirtenführung nennen, denn sehr eindrucksvoll beschreibt Keller, was passiert, wenn die Herden allein gelassen werden, wenn sie keinen Hirten haben, sondern sich alleine behelfen müssen und fast zwangläufig verkommen.

Nur wenn die Herde einen fürsorglichen Hirten hat, kann sie gedeihen – andernfalls läuft sie in die Irre, verfällt sie leicht in Eifersüchteleien, Spannungen und Konkurrenzkämpfe. Wenn der Hirte kommt, sind alle Machtkämpfe unter den Schafen mit einem Schlage beseitigt. Der Stecken des Hirten beschützt sie (vor Raubtieren und Irrlehren) und führt sie zu frischen Wassern, wo sie (das Wort Gottes) trinken können und wo der Tisch (span. mesa = Weide!) bereitet ist. Du salbest mein Haupt mit Öl (gegen die Fliegen und gegen die Versuchung!) und ich bleibe im Hause und in der Herde des Herrn immerdar.

Phillip Keller war selbst acht Jahre Schafhirte in Ostafrika bevor er Landwirtschaft studierte und als Seelsorger, Naturschützer und Journalist arbeitete. Sehr einfühlsam beschreibt er den Schafhirten als die einzigartige Bezugsperson einer Herde schutzloser Schafe: "Nichts wird ihm zuviel, immer weiß er Rat und ständig ist er bereit, sich für das Wohlergehen seiner Herde einzusetzen".

Allerdings muss auch vor dem Buch gewarnt werden, denn es räumt mit einigen Illusionen auf, die sich manch ein Leser des Psalms über die eine oder andere rührselige Formulierung gemacht hat. Aus der Sicht eines Schafhirten, der uns heutigen Menschen in seinem Lebensalltag fast völlig unbekannt ist, entpuppt sich mancher Vers als sehr lebensnahe Handlungsanweisung für angehende Schafhirten, die von den heutigen Großstadtmenschen nur sehr indirekt nachvollzogen werden kann.

Dennoch ist das Buch ein Muss für jeden Gemeindeleiter (und auch weltliche Personalchefs!), die gerade aus einer mehrmaligen Lektüre immer neue, wertvolle und lebensnahe Hinweise für ihre Arbeit als "Hirten" gewinnen können.

(KuM zur Verfügung gestellt von Joachim von Hein)

(von Hein 15.06.2004)

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lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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