|
| Themenliste Literatur |
 |
Innovationsmanagement |
Innovation hat u.a. auch etwas mit Kreativität zu tun, deshalb finden Sie hier Bücher rund um all das, was neu ist - und wie man Neues findet. |
In Deutschland gibt es 100 innovative mittelständische Unternehmen. Mindestens. Jedenfalls zeichnet das Buch 100 aus und stellt sie vor. Was zunächst nach einem dieser üblichen von diesem oder jedem Ministerium oder ähnlichem vergebenen Preise aussieht, die manchmal mehr dem Ruhm und politischen Wohlergehen des Initiators dienen als den Preisträgern, erweist sich auf den zweiten Blick als eine rein kommerzielle Initiative des Verlags. Deshalb ist das Projekt umso interessanter. Eine gute und gekonnt gemachte Marketingidee. Herausgeber: Lothar Späth. Das passt. Neben 100 Kurzportraits der Unternehmen gibt’s eingeschobene und lesenswerte Beiträge zu einzelnen Erfolgsfaktoren („Innovatives Personalmanagement“, „Vorankommen durch Querdenken“, „Andere Länder, andere Sitten“, „Die beschleunigte Gesellschaft“, „Einfach Managen“ – also das wäre doch mal ein neuer Managementtrend, mit dem man leben könnte…..). So einsteht ein Lesebuch, in dem man eher hin und her blättert und schmökert, statt zu studieren. Natürlich sind alle Unternehmensporträts Erfolgsgeschichten – geht ja kaum anders. Nur im Fazit – der Zusammenfassung der Ergebnisse der Benchmarkinganalysen - scheint durch, dass Licht und Schatten zusammengehören und manches verbessert werden könnte. Ach ja.
Warum sind diese Unternehmen erfolgreich? Was genau bringt Innovationen in Gang? Harte Arbeit, eine spontane Idee, ein zufälliges Gespräch, systematische Vorbereitung, generationenlanger Fleiß, ein genialer Unternehmertyp, Kapitalismus pur oder soziale Verantwortung? Alles das und das genaue Gegenteil. Es gibt keinen einheitlichen roten Faden und es bemüht sich auch glücklicherweise niemand, einen zu finden. Dazu sind die Geschäftsmodelle zu unterschiedlich, und genau das scheint der einzig gemeinsame Nenner zu sein. Es ist immer wieder verblüffend, wie viele Nischen und Ecken es gibt, in denen pfiffige Geschäftsmodelle blendend gedeihen können. Wenn man sich einfach nur auf das Machbare konzentriert und das Jammern und Klagen etwas einschränkt. Anscheinend kann das sogar in Deutschland funktionieren.
Mit einem guten Graphiker, einem stringent durchgehaltenen Gestaltungskonzept, das hauptsächlich auf nüchterne Industriefotografie setzt, ein bisschen Prominenz und natürlich einem wissenschaftlich fundierten Konzept kann man daraus ein Markenzeichen machen (TOP100), das sich stolz auf den Webseiten der ausgezeichneten Unternehmen wieder findet. Gibt’s auch als TOPJOB, Top-Arbeitgeber im Mittelstand.
Wem kann man den Band empfehlen? Jedem, der Anregungen in komprimierter Form sucht. Nicht zum Nachmachen, zum anders machen. Eins der Bücher, die Spaß machen und weniger Staub ansetzen als manch wissenschaftliches Werk.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Charlotte Venema)
|
(Venema 01.09.2004) |
|