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Bücher für Menschen, die Gruppen trainieren. Hier finden Sie Grundwissen, aber auch praktische Tipps zum Umgang mit Gruppen. |
Geschichten werden seit ewigen Zeiten erzählt. Sie bieten die Möglichkeit, sich mit den Protagonisten zu identifizieren, sie auf ihrem Weg zu begleiten und ihre Lösungen für vielleicht strukturähnliche Probleme zu betrachten. Dadurch lassen sich Veränderungs- und Lernprozesse fördern. Das NLP bedient sich gerne der Technik der Metapher, um Lösungswege aufzuzeigen. In diesem Kartei-Set findet sich eine Sammlung von 100 ernsten bis vergnüglichen, kurzen und langen Geschichten. Viele wurden dem fernöstlichen Kulturkreis entnommen, einige kennt man aus den Büchern von Trenkle (ebenfalls bei MWonline nachzulesen), der ja im Prinzip eine ähnliche Idee verfolgte.
Das Besondere an der Aufbereitung der Geschichten ist, dass dem Leser keine Interpretationen aufgedrängt werden. Die Metaphern stehen ganz neutral auf einer Karte. Wer mag, kann sich im Anhang darüber informieren, was die Autoren vorschlagen.
Die Zuordnung der einzelnen Geschichten erfolgt anhand eines ausführlichen Anhangs und orientiert sich vorrangig an NLP-Begrifflichkeiten. Das bleibt aber bis auf ganz wenige Ausnahmen so allgemein und verständlich gehalten, dass die Systematik für jedermann einsetzbar bleibt und niemand über das Fachvokabular einer Methode stolpert. Zu jeder Kategorie werden die Botschaft der jeweiligen Metapher genannt und ein bis zwei mögliche Situationen aufgezeigt, wann sie gut einsetzbar ist. Eine Auswahl der Thematiken liest sich so:
- Strategien
- Werte
- Innere Landkarte
- systemisches Denken
- Reframing
- Ressourcen
- Wahrnehmungsfilter
- ...
Jeder Begriff ist mit einem Farbcode versehen, der sich auf den einzelnen Karten wiederfindet, was das Ganze angenehm bunt und handlich macht, da manche Geschichten natürlich mehreren Begriffen zugeordnet werden können. Man bekommt Lust, seine eigenen Geschichten einzufügen und die Kartei auszubauen zu einem Archiv.
Es finden sich nicht nur ferne Fabeln, sondern auch ganz nahe Situationen, z.B. die von dem Manager, der, frisch vom Seminar zurückgekommen, seinen Angestellten sagt, dass sie ab jetzt ihre Arbeit selbst planen und kontrollieren dürfen, denn dadurch steige die Motivation und somit auch die Produktivität. Auf die Frage, ob denn dann auch mehr Geld ausgezahlt würde, fällt ihm ein, dass Geld nicht zur Motivation geeignet ist. Tja, und was ist, wenn die Produktion tatsächlich steigen sollte? Da fällt dem frisch geschulten, verzweifelten Manager nur noch ein, die Karten offen auf den Tisch zu legen und zu sagen: "Hören sie, offensichtlich verstehen sie nicht, dass ich sie motivieren will, hier, nehmen sie dies Buch, lesen sie es, sie werden lernen, was wirklich motiviert." Was bekommt er als Antwort? – "Bekommen wir dann mehr Geld?"
Im Anhang wird angeregt, diese Geschichte zu erzählen, um deutlich zu machen, dass es wichtig ist, andere mit dem wahrzunehmen, was ihnen wichtig ist, bzw. wa passiert, wenn jemand versucht, neu Gelerntes 1:1 zu übertragen, ohne situative Spezifika zu beachten.
Andere Geschichten sind erschreckend aktuell: Kommt der Diener zum Sultan gelaufen und bittet um ein Pferd, er müsse fliehen, denn im Garten stehe der Tod und winke ihm. Der Sultan gibt ihm sein Pferd und der Diener flieht nach Basra. Erbost geht der Sultan zum Tod und fragt, warum er seinen Diener bedrohe. "Bedrohen? Nein, ich hob nur meine Arme, erstaunt ihn noch hier zu sehen. Denn ich bin mit ihm verabredet in einigen Stunden auf dem Markt von Basra." Zu ernst zum Lachen, das Radio, die Tagesschau sind zu nah.
Fazit: Die Sammlung erhält ihren Wert durch die Einordnung, die Zuordnung zu Themen und Situationen. Unverzichtbar für alle, die mit Metaphern arbeiten, zum Aufbau und zur Ergänzung der eigenen Schatztruhe.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Daniel Wrede, www.danielwre.de) |
(Daniel Wrede 12.10.2004) |
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