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Selbstmanagement |
Nur wer sich selbst führen kann, der vermag auch andere zu führen. Alles zum Thema Selbstmanagement, Selbstcoaching, Zeitmanagement etc. |
Man kann ihn getrost als Vater des "Mentalen Trainings" bezeichnen, den Sportwissenschaftler und Psychologen Hans Eberspächer, der an der Uni Heidelberg den Lehrstuhl für Sportpsychologie inne hat. Seit Jahrzehnten arbeitet er mit Profisportlern, bereitet sie auf Weltmeisterschaften und Olympiaden vor. Aber auch Chirurgen, Piloten oder andere Professionen bereitet er auf Extremsituationen vor, hilft ihnen, besser zu werden. Jetzt hat er einmal niedergeschrieben, was das Mentale Training seiner Meinung und Erfahrung nach ist, welche Bausteine seine Methode hat und vor allem, wie die Psycho-Logik des Gelingens funktioniert, wie man sie erlernen kann - hilfreich für das persönliche Selbstmanagement, aber auch für Training und Personalentwicklung sowie das Coaching.
Zunächst spannt er den Bogen zwischen Beanspruchung und Belastung auf, zeigt, wie wichtig ein mittleres Maß und die Routineentwicklung für die Leistung ist. Das sollte man eigentlich wissen. Und doch treten ja immer wieder Motivationskünstler auf, die den schnellen Erfolg predigen, von jetzt auf gleich, und dass alles erreichbar sei, wenn man nur wolle... Eberspächer spricht sich strikt gegen solche Methoden aus, sie seien einfach unrealistisch und damit unseriös. Meister fallen eben nicht vom Himmel, so seine Erfahrung, sondern erarbeiteten sich ihren Erfolg stetig und systematisch. Warum aber scheitern dann so viele hoch Motivierten oder die "Trainingsweltmeister", wenn’s drauf ankommt? Weil sie schlecht vorbereitet sind, aus der Routine fallen, weil sie sich mit negativen Selbstgesprächen ablenken. Man müsse halt nicht nur den Körper trainieren, um erfolgreich zu sein, sondern auch den Geist: deshalb Mentales Training.
Training muss systematisch, planmäßig wiederholt und kontrolliert vonstatten gehen, es ist Arbeit, die man nicht delegieren oder abkürzen kann, sie ist anstrengend. Wer trainiert braucht ein klares Ziel, er braucht Motivation, Konzentration und Kompetenzüberzeugung. Mentales Training versteht der Autor analog zum körperlichen als vorausschauendes Probehandeln, das alle Sinneskanäle einschließt und nutzt. Daher ist die Methode sowohl für den Hochleistungssportler als auch für den Chirurgen oder den Flugkapitän gleichermaßen geeignet und anwendbar. Zweifelsohne auch für den Abteilungsleiter, der mit einem Statement die Mitarbeiter, Lieferanten oder Kunden wirklich überzeugen möchte und muss, weil es drauf ankommt...
Eberspächer hat das Mentale Training nach dem 3-4-5-6-7-Prinzip systematisiert:
- 3 Ziele: Optimaler Eigenzustand, optimales Handeln, optimale Wege.
- 4 Wege: Andere beobachten, mit sich selbst sprechen, visualisieren, ideomotorisch trainieren.
- 5 Schritte: Instruktion, Beschreiben, Internalisieren, Knotenpunkte beschreiben, Knotenpunkte systematisch markieren.
- 6 Wirkungen: Konzentration, Ordnung, Klarheit, Coping, Verfügbarkeit, Stabilisierung.
7 Grundsätze: Positive Einstellung, Zielsetzung, Entspannung, Eigenerfahrung, Eigenperspektive, Lebhafte Vorstellung, Wechsel mit motorischem Training.
Dies wird an vielen Fallbeispielen erläutert und durchgespielt, so dass es wirklich einleuchtet und nachvollziehbar wird. Jetzt muss man es nur noch umsetzen in den eigenen Alltag... Ein schönes Basisbuch also für das persönliche Selbstmanagement, aber auch für Training und Personalentwicklung sowie für das Coaching.
Dem in Sachen Kommunikation Geschulten werden übrigens zahlreiche Assoziationen in den Ohren klingeln bei der Lektüre: Formate, Prinzipien und Methoden beispielsweise aus dem NLP sind nahtlos anschlussfähig, werden vom Autor aber mit keiner Silbe erwähnt. Wer den ein oder anderen Quick ’n Dirty-Zauberkünstler jedoch einmal beim Versuch, mal eben "etwas weg zu machen", zu "motivieren" oder mal eben "ein Leben zu verändern" erlebt hat, weiß nun allerdings auch, warum diese Versuche oft so wenig nachhaltig waren oder sogar scheitern mussten: Neben dem tiefen Wissen darum, was man machen kann und wie es geht und was nicht, macht Training den Unterschied. Es gibt keine Abkürzung zum Gipfel. Aber man kann den Aufstieg optimal planen und sich körperlich wie mental (man könnte auch sagen: psychisch, wenn das nicht immer noch vielen Menschen Angst einflößen würde) vorbereiten.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Thomas Webers, Chefredakteur Wirtschaftspsychologi-aktuell)
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(thw 19.12.2004) |
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