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Persönlichkeitsentwicklung |
Bücher rund um das Thema "Persönliches Wachstum" und was dazu beiträgt, dieses zu unterstützen |
Wer sich schon immer mal einen soliden Überblick über gängige Konzepte zur Persönlichkeitsanalyse verschaffen wollte, ist mit dem Kauf dieses Buches gut beraten.
Die drei Herausgeber – alle drei renommierte Experten in der Beratungs-, Coaching- und Weiterbildungsszene – haben kompetente und in der Anwendung der dargestellten Verfahren erfahrene Autoren um sich geschart und eine profunde, praxisbezogene Darstellung und Übersicht geliefert. Insgesamt wurden zehn der im deutschsprachigen Raum am häufigsten angewendeten Konzepte zur Persönlichkeitsanalyse ausgewählt. Als Kriterien für die Auswahl werden neben der Sprachraumgrenze und der Bewährung in der Praxis angegeben: Marktpräsenz, Bekanntheitsgrad, Seriosität und wissenschaftliche Fundierung.
In "Teil 2 : Die wichtigsten Persönlichkeitsmodelle im Einzelnen" werden folgende Persönlichkeitsmodelle (Autoren in Klammern) dargestellt:
- ALPHA PLUS ® Profile (H. Hauschild),
- Biostrukturanalyse mit STRUKTOGRAMM ® und TRIOGRAMM ® (J.Schoemen),
- DISG-Persönlichkeits-Profil (F.Gay),
- Enneagramm (M.Küstenmacher),
- Hermann-Dominanz-Instrument H.D.I. ® (R. Spinola),
- INSIGHTS MDI ® (F.M. Scheelen),
- INTERPLACE ® (W. Bergander),
- LIFO®-Methode (R. Bergermaier/R. Czichos),
- MBTI® zusäztlich die Motivatorenanalyse® (R. Bents/R.Blank) und
- das Team-Management-System (TMS) (H. Wagner).
Bestechend und für eine schnelle Orientierung bzw. Vergleichbarkeit äußerst hilfreich ist die konstante Systematik in der Darstellung der Modelle: Überblick – Entwicklung und wissenschaftlicher Hintergrund – Kernaussagen und Ergebnisse – Nutzen für den Anwender – Marktpräsenz und Lizenzierung – Kosten – Kontakt – Literatur – Autor.
Besonders wertvoll ist die prägnante Zusammenfassung in "Teil 3: Ausblick und Synopse" (S. 282-284) in Form einer Synopse mit folgender Gliederung: Erfasste Persönlichkeitsdimension – Hintergrund – Nutzen – Anwendbarkeit.
Im Kapitel "Ausblick" wird gar noch ein neuer Ansatz zur Persönlichkeitsanalyse vorgestellt, nämlich das sog. REISS-Profil oder kurz RP®. Anders als die vorwiegend funktionalen, d.h. auf die Beschreibung und Veränderung von Verhalten hin orientierten Modelle in Teil 2 dieses Buches hebt das RP® explizit auf die unser Verhalten steuernden Bedürfnisse, Motive und Werte ab. Steven Reiss, Psychologie-Professor an der Universität Ohio, isoliert 16 existenzielle Bedürfnisse und Werte als Lebensmotive, wobei die unterschiedliche Kombination dieser Motive beim Einzelnen quasi ein unverwechselbares Profil ergibt vergleichbar einem individuellen Fingerabdruck. Das Modell wird nach Angaben der Autoren seit Mai 2001 in Kanada und den USA im klinischen und betriebswirtschaftlichen Bereich angewendet. Lizenzierung ist über die Autoren des Beitrags möglich.
Das Buch selbst schließt mit einem ausführlichen Stichwortverzeichnis, das schnelles Nachschlagen erleichtert.
Die beigelegte CD-Rom enthält noch Fachartikel, Beispielprofile, Mustergutachten zu den einzelnen Modellen und komplette Anmeldeformulare für Lizenzierungswillige. Außer dem lesenswerten 19-seitigen Artikel der Bochumer Psychologen Michael Paschen und Boris van der Linde mit dem Titel "Persönlichkeitstests" aus der Zeitschrift management & training 4/2001 enthält dieses digitale Medium nichts wesentlich Neues im Vergleich zum Buch.
Meiner Meinung nach wäre das Buch auch ohne den Teil 1: "Einführung in bekannte Persönlichkeitsmodelle" als Nachschlagewerk zur schnellen Informationsbeschaffung über die genannten Modelle nutzbar. Der potenzielle hastige Leser würde sich allerdings selber interessanter Informationen berauben:
Da ist zum einen der Beitrag von H. Wagner (Marktgängige Persönlichkeitsanalyse-Konzepte – ein Überblick) zu nennen, in dem er einen historischen Kurzabriss über Persönlichkeitsmodelle von der Antike bis zur Gegenwart gibt, die Zusammenhänge, Wurzeln und Gemeinsamkeiten aufzeigt und das Ganze in einem Schaubild auf S. 25 visualisiert.
Zum andern der Beitrag von Stefan Boethius (Die Typenlehre nach C.G. Jung – Basis vieler Persönlichkeitsmodelle), der in kompakter und auch für Nicht-Psychologen verständlicher Sprache C.G. Jungs Typenlehre darlegt.
Last not least ist noch Werner Tiki Küstenmacher (Warum überhaupt Persönlichkeitsmodelle?) zu erwähnen, der sich in seinem Beitrag auf den Seiten 38–40 (Chancen und Grenzen von Typologien) verhalten kritisch mit Argumenten von Gegnern und Skeptikern solcher Modelle auseinandersetzt, um dann doch zu dem Schluss zu kommen: "Typologien – richtig genutzt – sind optimale Werkzeuge, um sich und andere besser zu verstehen."
Die Herausgeber wollen Beratern, Coaches, Trainern, Personalentwicklern, Trainern und allen an Persönlichkeitsentwicklung Interessierten einen Überblick über die Verfahren, deren Inhalte und Anwendungsmöglichkeiten in der Selbstanalyse, der Personal- und Organisationsentwicklung geben. Das gelingt Ihnen hervorragend.
Das Buch sollte als Handbuch und Orientierungshilfe in jedem Bücherregal der angesprochenen Zielgruppe stehen. Es ist seinen Preis von € 50.- auf jeden Fall wert.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Reinhard Fukerider, MWonline-Partner Fukerider.Coaching) |
(Fukerider.Coaching 18.01.2005) |
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