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Organisationsentwicklung |
Organisationen entwickeln sich immer, auch wenn man das nicht aktiv betreibt. Aber manchmal möchte man ja auch eingreifen... |
Das Autoren kommen alle von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programms "Innovative Arbeitsgestaltung - Zukunft der Arbeit" ein Forschungsprojekt durchgeführt hat zu der Frage nach Erfolgsfaktoren qualitätsorientierter Arbeits- und Organisationsgestaltung.
Um eines gleich vorweg zu nehmen: Es fehlt in der Darstellung der Bezug zur empirischen Basis, die, das klingt an manchen Stellen durch, vorhanden ist. So werden lediglich die bereits interpretierten Ergebnisse dargestellt, ohne dass eine Überprüfbarkeit möglich wäre. Das Ziel der Darstellung ist es daher lediglich, so entnehmen wir dem Vorwort, betrieblichen Profis von den Erfahrungen anderer Profis, die im Rahmen des Forschungsprojektes befragt wurden, unter der Berücksichtung mikropolitischer Realitäten im Unternehmen profitieren zu lassen.
Leider gilt auch hier (wie so oft) bei der vollmundigen Ankündigung, dass mikropolitische Aspekte der betrieblichen Realität besondere Berücksichtung finden: Es gibt ein kurzes, sehr spannend zu lesendes Kapitel zur Problematik und zum Einfluss verdeckter Machtspiele und damit ist das Thema für die weitere Behandlung größtenteils abgehakt. Eine ausführliche Besprechung der einzelnen Erfolgsfaktoren für die Personalarbeit in Bezugnahme auf Mikropolitik findet nicht statt. Dies mag auch an der wenig griffigen theoretischen mikropolitisch-organisationstheoretischen Konzeption jenseits populärer Mobbing Ratgeber liegen.
Wir finden nach einem einleitenden und wie gesagt unbedingt lesenswerten Kapitel über Arbeitsgestaltung aus mikropolitischer Sicht ein eher theoretisches und leicht zu überblätterndes Kapitel mit der Frage: Wie sind Erfolgsfaktoren zu definieren?
Es folgen die zentralen Kapitel 3 und 5. Das 4. beinhaltet auf nur 11 Seiten die Arbeitsgestaltung in Unternehmen der New Economy und wird daher an dieser Stelle nicht weiter besprochen. Im 3. Kapitel findet sich eine ausführliche und gute Zusammenstellung klassischer Erfolgsfaktoren der Human Resource Arbeit im Spiegel der Literatur. An einigen Stellen wirkt die Zusammenstellung wie ein wunderbares Nachschlagewerk, das demjenigen, der nicht die Zeit findet, lange Recherchen zu unternehmen, jeweils auf wenigen Seiten die inhaltlich wichtigen Punkte, Entwicklungen und Kontroversen kompakt gebündelt bietet. Dabei kommen alle bekannten Aspekte vor: Arbeitsteilung, Gruppenarbeit, KVP, Wissensmanagement, Qualitätsmanagement mit TQM und EFQM, Rekrutierung, Personalentwicklung, Teilzeitarbeit, Entgeltsysteme usw.
Das 5. Kapitel spiegelt diese Aufarbeitung und gründet sich nicht auf die Literaturarbeit, sondern auf die Ergebnisse der Untersuchung. Dabei ging es darum, die aktuellen Sichtweisen und Handlungsmaxime der Akteure in den beteiligten (aber nicht genannten) Unternehmen zu den in den Literatur favorisierten Erfolgsfaktoren zu erkunden und so einen Eindruck über Schwerpunkte und dominierende Sichtweisen zu erhalten. Das ist aufgrund der eingeschobenen Interviewauszüge gut zu lesen, doch leidet die Darstellung unter der Kürze des Buches. So wird versucht, auf nur 45 Seiten 15 Themen zu bearbeiten und bei mancher Thematik hätte der Leser sich tiefergehende Informationen zu den Forschungsergebnissen gewünscht.
Den Abschluss bilden einige wieder sehr interessante Artikel zu den scheinbar wichtigsten Erfolgsfaktoren (quasi als best-practice Modell zu lesen), Überlegungen zu bislang eher vernachlässigten Punkten in der Arbeitsgestaltung und ihrer möglichen Bedeutung in der Zukunft.
Insgesamt ein durchmischtes Buch: Wenig Neues, gute Aufarbeitungen, einiges Anregendes zum Nachdenken. Unbedingt lesenswert sind die Kapitel 1, 3, 5 und 6. Daher nur 1 Stern (leider).
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Daniel Wrede, www.danielwre.de) |
(Daniel Wrede 28.02.2005) |
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