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Managen mit emotionaler Kompetenz
Die vier zentralen Skills für Ihren Führungsalltag

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Caruso,David / Salovey, Peter
(2005)
Campus Verlag, ISBN: 3593375699


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Emotionen, Selbstmanagement, Gefühle

Themenliste Literatur
Selbstmanagement   Nur wer sich selbst führen kann, der vermag auch andere zu führen. Alles zum Thema Selbstmanagement, Selbstcoaching, Zeitmanagement etc.

Die Botschaft des Buches ist, "dass Emotionen nicht nur wichtig, sondern sogar absolut notwendig sind, wenn wir gute Entscheidungen treffen, optimale Wege zur Problemlösung finden, mit Veränderungen umgehen und Erfolg haben wollen." Der Ansatz umfasst vier Bereiche, in denen Kompetenzen erworben oder vertieft werden sollen:
  1. Emotionen identifizieren
    Um effektiv zu kommunizieren, müssen wir die Emotionen anderer genau erkennen und andererseits unsere eigenen Emotionen klar vermitteln und ausdrücken.
  2. Emotionen einsetzen
    Wie wir uns fühlen, hat Einfluss darauf, wie und woran wir denken.
  3. Gefühle verstehen
    Emotionen sind nicht zufällig, werden durch bestimmte Faktoren ausgelöst, verändert und sind grundsätzlich nachvollziehbar.
  4. Emotionen managen
    Aus den obigen Punkten ergibt sich, dass wir Emotionen (auch den unangenehmen) aufgeschlossener begegnen sollten und diese bei unseren Handlungen mehr einbeziehen.
Im Buch werden jetzt diese Kompetenzen auf unterschiedliche Managementfunktionen angewendet, wie z.B. Aufbau effektiver Teams, Planung und Entscheidung, Mitarbeitermotivation, Veränderungsmanagement u.a. Mit Hilfe eines „Emotionalen Rasters“ werden jetzt Fallbeispiele beschrieben, wie sich eine Situation entwickeln kann, je nachdem, ob man mit oder ohne emotionale Kompetenz der Situation begegnet.

Hilfreich dabei sollen Fragen sein, z.B. um die eigenen Emotionen herauszufinden, wie:
  • Bin ich mir über meine Gefühle im Klaren?
  • Wie stark ist dieses Gefühl?
  • Wie stark beeinflusst dieses Gefühl im Moment mein Denken?
  • Ist es ein Gefühl, das ich oft erlebe?
  • Ist es ungewohnt für mich, so zu empfinden?
Weitere Hilfsmittel sind etliche Frageraster und Stimmungsskalen sowie ein Stimmungslogbuch, also eine Art "Emotionstagebuch", in das der Leser seine täglichen Gefühle eintragen soll. Doch die Übersichten über die Bedeutung emotionaler Signale geraten meiner Meinung nach allzu schlicht. Beispiel: Nonverbaler Hinweis: geöffnete Arme – bedeutet Offenheit, verschränkte Arme – bedeutet Abwehr.

Ganz interessant sind die zahlreichen zitierten wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse. So überschätzt man bei Entscheidungen aus einem Glücksgefühl heraus die positiven Ereignisse und unterschätzt die negativen (die Neue-Markt-Euphorie vor einigen Jahren ist ein Beispiel dafür). Wer in schlechter Stimmung ist, sieht die Dinge pessimistischer als sie sind (das könnte eine Erklärung für die derzeitige Konjunkturflaute sein.) Und wie verändert man nun die eigene Stimmung? "Eine der wirkungsvollsten Strategien zur Veränderung der Stimmung ist, einfach bestimmte Aussagen zu wiederholen: "Ich fühle mich heute richtig gut." - "Ich bin sehr glücklich." - "Alles entwickelt sich positiv." Nun ja, das ist nun positives Denken in seiner einfachsten Form.

Im Anhang ist eine mehrere Seiten umfassender Fragebogen zum eigenen emotionalen Stil beigefügt. Dieser kann eine grobe Orientierung über die Stärken und Schwächen bezüglich des Emotionsmanagement liefern.

Informationsdichte:
Hohe Informationsdichte, jedoch nicht leicht umsetzbar.

Struktur/Gliederung:
Das Buch ist gut gegliedert und durch zahlreiche Fragebögen abwechslungsreich strukturiert.

Verständlichkeit
Insgesamt gut zu lesen und in den vielen Beispielen auch leicht nachvollziehbar. Besonders gut fand ich Kapitel, wo bekannte Unternehmensführer wie z.B. Siemens-Chef Pierer anhand bestimmter Aussagen und Handlungen auf ihren Umgang mit Emotionen hin bewertet werden.

Eignung
Das Buch eignet sich gut für Einsteiger, die erst mal viele Argumente und konkrete Hinweise brauchen, warum Emotionen im Arbeitsleben wichtig sind. Im Vorwort steht, dass dieses Buch "ein durchaus kopflastiger Ansatz zum Umgang mit Emotionen ist". Das ist der Vorteil des Buches, zeigt aber auch deutlich die Grenzen auf.

Relevanz
Nach vielen Jahren als Coach und Trainer für "Emotionale Intelligenz" meine ich, dass sich der Umgang mit Gefühlen nur über eine längere intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person entwickeln lässt. Die schlichte Frage "Wie fühlen Sie sich in der Situation?" führt bei vielen Männern zu zahlreichen Antworten und Begründungen, nur eben selten zu einer Antwort mit einem Gefühl. Trotzdem leistet das Buch einen guten Beitrag, um Interessierte für das Thema zu sensibilisieren.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Roland Kopp-Wichmann)

(kopp 07.04.2005)

Diese Buchbesprechung ...
lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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