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  Buchbesprechung


The Lazy Way To Success
Ohne Anstrengung ALLES erreichen

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Gratzon, Fred
(2004)
Kamphausen, ISBN: 3933496810


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Selbstmanagement, Motivation

Themenliste Literatur
Selbstmanagement   Nur wer sich selbst führen kann, der vermag auch andere zu führen. Alles zum Thema Selbstmanagement, Selbstcoaching, Zeitmanagement etc.

Mit vollmundigen Versprechungen wie "Wie Sie gar nichts tun und alles erreichen." und "Mühelos zur Spitzenleistung" lockt das Buch des Unternehmers Fred Gratzon. Im Kern geht es um die Unterscheidung zwischen Arbeit als "Stress" und Arbeit, die man gerne tut, weil man sich dazu berufen fühlt. Für diese schlichte Erkenntnis braucht der Autor 219 groß geschriebene Seiten mit vielen seitenfüllenden Karikaturen mit der Botschaft, dass der Autor am liebsten in der Hängematte "arbeitet". Zusammengefasst geht es um mehrere Thesen.

These:
"Jede Stufe der Entwicklung unserer industriellen Gesellschaft ist mit einer Verringerung des Arbeitsaufwands verbunden. Beispiele: Segeln statt rudern, Pflug statt umgraben, Digitalisierung von Rechenvorgängen statt römischer Ziffern."
Das ist schon richtig, dennoch arbeiten die Menschen nicht unbedingt weniger. Natürlich macht eine Email schreiben weniger Aufwand als den Text in Keilschrift in einen Stein zu gravieren. Aber durch den Fortschritt sind neue Aufgaben dazugekommen, wie z.B. Dutzende von Emails, die beantwortet werden sollen.

These:
"Viele Ergebnisse entstehen nicht durch harte Arbeit, sondern, weil jemand Spaß an der Sache hat." Zitiert werden der Nobelpreisträger Feynman, der Komponist Bernstein, Madame Curie etc.
Das ist auch richtig, nur hatten wohl auch diese Menschen Routineaufgaben, die sie nicht so sehr mochten, die aber zum Job dazugehörten. ("Ich habe zwanzig Jahre hart gearbeitet, um über Nacht berühmt zu werden.") "Wenn jemand der Erfolg hat, behauptet, dies sei durch harte Arbeit entstanden, so stimmt das nicht, er hatte einfach Spaß dabei." Ein netter Umdeutungsversuch, um die eigene These zu untermauern.

These:
Es ist wichtig, seine Berufung zu finden und nicht nur nach dem Geld zu schielen. Dem möchte ich ohne Widerspruch zustimmen. Hier verweist er auf die "Flow-Forschungen" von dem Ungarn mit dem unaussprechlichen Namen. Doch aus Interviews mit ihm weiß ich, dass auch er bei seiner Arbeit nicht dauernd im "Flow" war.

These:
Das Feine ist die Grundlage des Gröberen, des Greifbaren.
Auch hier möchte ich zustimmen. Konkret heißt das, bei einem Problem nicht mit Hauruck-Methoden die Symptome bekämpfen, sondern mit feineren Instrumenten oder dem feineren Gespür sich auf die verborgenen Ursachen zu konzentrieren.

These:
Um Menschen dauerhaft zu motivieren, muss man ihnen Gelegenheit geben, sich selbst zu motivieren.
Völlig richtig aus meiner Sicht, nur dass dies vor etlichen Jahren Reinhard Sprenger auch schon geschrieben hat, und eben viel differenzierter.

These:
"Wer nur angestrengt einer Idee nachjagt, erreicht nicht das Ziel. Zwischendurch muss man auch mal loslassen und nichts tun."
Völlig richtig, nur diese Kalenderweisheit ist nun auch nicht so neu.

These:
"Aus Fehlern kann man lernen, wenn man den Misserfolg aus einer anderen Perspektive sieht."
Siehe obige These.

These:
"Wer meditiert, kann Abstand gewinnen und wird alles mühelos erreichen – durch Nichtstun."
Im Grunde ein guter Tipp für viele Menschen im Wirtschaftsleben. Nur: das "Nichtstun", das der Autor hier mit dem chinesischen "wuwei" meint, ist eben nicht das Liegen in der Hängematte, sondern das "absichtslose" Tun, wie es Eugen Herrigel in "Zen und die Kunst des Bogenschießens" schön beschrieben hat.

Informationsdichte:
Für 219 Seiten viel zu gering. Vermisst habe ich vor allem Beispiele aus dem Unternehmerleben des Autors. Hat dieser doch zwei äußerst erfolgreiche Unternehmen (Eiskrem und Telefongesellschaft) gegründet. Als am meisten zitiertes Beispiel der Anwendung seiner Thesen zählt die Geschichte, wie er mit einem Freund einen schweren Tresor mit Hilfe eines Schraubenziehers und einem Rohr als Hebel anhob und dann auf Eisenrohren rausrollte.

Visuelle Aufbereitung:
Viele Karikaturen, die das Ganze wohl auflockern sollen. Da die mühsam zu entziffernden Sprechblasen jedoch immer wieder dieselbe Botschaft enthalten, habe ich es bald aufgegeben und weitergeblättert.

Struktur/Gliederung:
Gut gegliedert, sehr leicht zu lesen.

Verständlichkeit
Gut zu lesen.

Eignung:br> Gut geeignet für Kinder und Heranwachsende, die sich fragen, worauf es auch im Leben ankommt und worauf man bei der Berufswahl noch achten soll. Gut geeignet auch für Birkenbihl-Fans, denn die Meisterin hat ein begeistertes Vorwort geschrieben.

Relevanz
Es wird sicher Gratzon-Fans geben, die mich ob dieser Rezension ächten werden. Für mich aus "old europe" ist es halt nur ein weiteres typisch amerikanisches How-to-do-Book, das durch gnadenlose Vereinfachung viel verspricht (ohne Anstrengung alles erreichen) und einen in dem bestätigt, was man ohnehin schon immer wusste – was aber so einfach eben doch nicht ist, sonst bräuchte man ja das Buch nicht.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Roland Kopp-Wichmann)

(kopp 08.04.2005)

Diese Buchbesprechung ...
lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

Andere Leser haben diese Rezension so beurteilt:
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