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Selbstmanagement |
Nur wer sich selbst führen kann, der vermag auch andere zu führen. Alles zum Thema Selbstmanagement, Selbstcoaching, Zeitmanagement etc. |
Leiden Sie an Unzufriedenheit im Beruf oder im Privatleben? Stecken Sie gar in einer ernsten beruflichen Krise? Dann meditieren Sie und alles wird gut! Die Botschaft von Gregor Wilbers, Jg. 1961, früherer Portfolio- und Fondsmanager, kann man salopp und provokativ formuliert auf diese kurze Formel bringen.
Sein Buch ist allerdings weit entfernt von einem einfachen Ratgeber mit den besten praktischen Tipps für ein glückliches und sinnerfülltes Leben und Arbeiten.
Wilbers lädt den Leser ein, sich auf ‚eine spirituelle Reise’ (S. 18) zu machen und eine neue Haltung zu sich, zu den Menschen und zur Welt zu entwickeln.
Krisenerfahrungen im Beruf und im Privaten beschreibt er als die Türen zum eigenen Innenraum, um zu sich selbst, zu einer anderen Sicht der Dinge und der Welt zu kommen.
Der Weg der Meditation wird von ihm als Grundlage allen Handelns und als der Königsweg für nachhaltige Veränderung gesehen auf der individuellen, zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Ebene. Fast beiläufig bringt er ein paar kurze Übungsanleitungen zum Einstieg in die Meditation (S. 31f, 34, 60, 62, 130). Wer sich ernsthaft auf den Weg machen will, sollte sich seiner Meinung nach – und darin unterstützt der Rezensent den Autor aus eigener Erfahrung – einen geleiteten Meditationskurs und/oder spirituelle Einzelbegleitung gönnen.
Welcher Meditationstradition fühlt er sich verbunden? Wilbers meditativer Ansatz speist sich aus buddhistischer Tradition (Thich Nhat Hanh, Zenmeister, führender Vertreter eines sozial engagierten Buddhismus) und christlicher Mystik (Willigis Jäger, Benediktiner). Zur Untermauerung seiner Ansichten garniert er den Text mit Zitaten von Schriftstellern, Philosophen, Politikern, Wissenschaftlern, buddhistischen LehrerInnen und dem heiligen Franz von Assisi.
Was heißt meditieren eigentlich? Meditieren heißt loslassen, zur Ruhe und zu sich selbst kommen, Vertrauen auf die jedem Menschen inne wohnende Kraft der Intuition zu setzen, im Hier-und-Jetzt leben und so ein erfülltes Leben zu führen.
Dem Loslassen von Kontrolle in unterschiedlichsten Formen widmet er mehrere Seiten: Interessant ist seine Analyse und Beschreibung unterschiedlichster Kontrollmechanismen und deren schädlicher Wirkung auf den Menschen selbst und das menschliche Miteinander (S. 73 – 88).
Was bewirkt Meditation? Meditation führt zu Gelassenheit , innerer Kraft und Ruhe, zum Kern der jedem Menschen innewohnenden Spiritualität. Sein persönliches Credo in puncto Gelassenheit legt er auf den Seiten 86-88 dar. Der Entwurf einer aus dem meditativen Weg resultierenden bzw. ihn beinhaltenden Lebensethik (Offenheit für andere Einstellungen – Meinungen loslassen – Freies Denken – Unangenehmes nicht verdrängen – Bescheidenheit macht reich – Den Ärger ärgern – Den Augenblick wahrnehmen – Anders kommunizieren – Integrität leben – Gewaltlosigkeit praktizieren – Abgeben Lernen – Sexualität ernst nehmen) ist auf den Seiten 189 – 212 nachzulesen. Als Zusammenfassung seiner Lebensethik zitiert er das dem Hl. Franz v. Assisi zugeschriebene Gebet ‚Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens.’
Das Loslassen als Grundhaltung scheint auch in der Gliederung seines Buches auf, indem er auf die numerische oder alphabetische Kennzeichnung der Kapitel verzichtet und sich lediglich auf die Überschriften und Seitenzahlen beschränkt.
Gesamteindruck:
- Zum Thema Meditation bringt er für Kenner nichts Neues.
- Sinnsucher, die sich noch nie mit dem Thema Meditation beschäftigt haben, könnten möglicherweise auf den Geschmack kommen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Reinhard Fukerider) |
(Fukerider.Coaching 12.04.2005) |
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