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Selbstmanagement |
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Wer kennt es nicht? Das eigene Chaos, das sich im Laufe der Jahre oder gar Jahrzehnte im Büro (organisch) entwickelt. In 7 Schritten auf insgesamt 165 Seiten (ohne Anhang) mit Checklisten soll der Leser in maximal 24 Stunden Herr über sein Chaos zu werden. So die Autorin Suzanne Roth in ihrem Werk "Einfach aufgeräumt". Nach einem Vorwort heißt es im 1 Kapitel: "Ärmel hochkrempeln und alles raus – und runterräumen." Eine Stunde wird hierfür veranschlagt. Hier machen sich schon erste Zweifel bemerkbar. Was in diesem Abschnitt alles zu machen ist, wird wohl kaum in einer Stunde zu erledigen sein. Zumindest dann nicht, wenn es zuvor wirklich chaotisch zugegangen ist.
Der 2. Schritt (2. Kapitel) "Rigoros aussortieren, das Verbleibende sinnvoll beheimaten" soll mit dem 1. Schritt sinnvollerweise verknüpft werden. Fünf Stunden sind eingeplant. Hierbei geht es um die optimale Unterbringung der Arbeits- und Organisationsmittel einschließlich Bücher und CD-ROM’s in räumlicher Nähe zum Arbeitsplatz. Die Länge des Kapitels scheint ein erstes Indiz für den Umfang dieser Aufräumleistung zu sein. Spätestens an dieser Stelle werden dem Leser - zumindest war das beim Rezensenten so – die eigenen Missstände gnadenlos vor Augen geführt, wie z.B. der Aufbewahrungstick bei alten Bürogeräten, deren Zubehör und Originalkartons.
Schritt 3 widmet sich dem Papierstapel: "Unterlagen vorsortieren, einiges auch gleich wegräumen". In ca. vier Stunden werden acht Kategorien abgearbeitet. Dabei ist zu entscheiden, was weggeworfen oder delegiert werden kann, was dringlich ist, was zu lesen und schließlich, was abzulegen ist. Schritt 4 befasst sich ausführlich mit dem Ablagesystem: "Praxisorientiert planen, optimal einrichten" und dauert ca. sechs Stunden. Es beginnt mit der Bestandsaufnahme des Status Quo. Nach dem Sammeln potenzieller Ablagebegriffe werden diese Bereichen zugeordnet. Anschließend folgt die Festlegung der Art der Ablage, wobei der Hängeregistratur scheinbar der Vorzug eingeräumt wird. Als nächstes werden für die Ablagebereiche Farben und Aufbewahrungsorte festgelegt. Und schließlich erfolgt die Umsetzung. Die Computerablage wird in Analogie zur Papierablage beschrieben.
Der 5. Schritt hat das Thema Arbeitsroutinen: "Eine Organisation schaffen, die das Organisieren abschafft" und beansprucht weitere fünf Stunden. Dieses Kapitel beschreibt die "richtige Arbeitsweise". Es beginnt mit der Einrichtung einer sog. Kommandozentrale und ihrer Handhabung. Im folgenden werden dann Prinzipien für die Tagesarbeit vorgestellt. Beim E-Mail-Management geht um die Verwaltung und effiziente Bearbeitung. Dies gilt insbesondere für die Vermeidung übervoller und unübersichtlicher Eingangsordner. Im 6. Schritt erfolgt der 1-stündige Ergonomie-Check: "Damit Sie auch morgen noch Spaß an der Arbeit haben". In diesem Kapitel geht Suzanne Roth ausführlich auf die Auswahl und Handhabung von Schreibtisch, Stuhl und Computerausstattung ein. Zudem werden die Einflüsse der richtigen Beleuchtung, der Farbauswahl und des Geräuschpegels auf Arbeitsergebnis und Wohlbefinden beleuchtet.
Im 7. und letzten Schritt geht es um die Ästhetik und Symbolik: "Schaffen Sie sich ein Wohlfühl-Büro!" Auch dieser Abschnitt nimmt ca. eine Stunde in Anspruch. Ein Thema, das sicherlich in der Alltagspraxis nur allzu kurz kommt, obwohl oft mehr Zeit im Büro als zu Hause verbracht wird. Insofern gilt hier die gleiche, wenn nicht größere Sorgfalt bei der Auswahl von Möbeln, Farben und Pflanzen. Und schließlich empfiehlt die Autorin darauf zu achten, dass von einem Büro immer auch eine Außenwirkung ausgeht, die bei Kunden, Kollegen und anderen Besuchern Spielraum für Interpretationen der Persönlichkeit lassen.
Alles in allem ist das Buch leicht zu lesen. Es ist übersichtlich aufgebaut und inhaltlich sicherlich auch umzusetzen. Aber wirklich neue Erkenntnisse sind kaum oder gar nicht vorhanden. Zudem sind Zweifel angebracht, ob der Zeitrahmen von 24 Stunden realistisch ist.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Josef Wallau) |
(Josef Wallau 02.05.2005) |
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