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Die Familie des Familienunternehmens



Ein System zwischen Gefühl und Geschäft
Buchbesprechung

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Simon, Fritz B. (Hrsg.)
2. Auflage (2005)
Carl-Auer-Systeme Verlag, ISBN: 3896704745


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Schlagworte:
Familienunternehmen
Themenliste Literatur
Unternehmertum   Diese Rubrik umfasst alle Titel, die sich mit dem Dasein als Unternehmer befassen, solchen "in Gründung", den bereits aktiven, aber auch jenen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, Unternehmer im Unternehmen sein zu können.

Rezension:

Die Familie des Familienunternehmens steht vor spezifischen Herausforderungen, ihr Leben zwischen Gefühl und Geschäft zu gestalten. Das Buch beleuchtet Aspekte wie beispielsweise die Kommunikation, die Anforderungen an alle Beteiligten und einen Nachfolger sowie die Anforderungen an die Frauen von Familienunternehmern. Die Verbindung von emotionalen und ökonomischen Gesichtspunkten ist eine gelungene Kombination.

Familienunternehmen unterscheiden sich von börsennotierten Unternehmen in vielerlei Hinsicht. Der wesentlichste Punkt besteht darin, dass zwei Bereiche, die in der Regel getrennt sind, ineinander fließen: Die personenorientierte Familie und das funktionsorientierte Unternehmen. Die Vermischung hat weit reichende Folgen, die sich zum Beispiel in der Kommunikation zeigen. Die Trennung der offiziellen Kommunikation im Unternehmen und der inoffiziellen in der Familie gibt es in der Familie eines Familienunternehmens nicht.

Ein anderer Aspekt ist die Zugehörigkeit zum System. Dadurch, dass jemand Familienmitglied ist, ist er auch Teil des Unternehmens. Diese Position stellt sich einerseits als oftmals ökonomisch vorteilhaft heraus. Andererseits ist eine Abhängigkeit gegeben, da Mitglieder das System nicht oder nur sehr schwer verlassen können. Dies prägt bereits die Kinder von Unternehmerfamilien. Die fehlende Trennung ist mit Erlebnissen, Erwartungen und Anforderungen verbunden, die sich schädlich auf die Entwicklung von Kindern auswirken können. Ein Beispiel dazu wird aus therapeutischer Sicht geschildert.

An vielen und unterschiedlichen Stellen des Buches werden auch Persönlichkeitsmerkmale von Gründern oder Leitern von Familienunternehmen beleuchtet. Von Bedeutung ist dies nicht nur für die Familie, sondern auch für die Unternehmensentwicklung oder die Nachfolgeplanung. Weitere Themen des Buches sind über die angesprochenen Bereiche hinaus: Die Familiendynamik, Frauen in Geschäftsfamilien, die Rolle der Bank im Familienverbund, der Fremdmanager im Familienunternehmen und familiendynamische Aspekte einer Nachfolgeregelung.

Dabei setzen sich die Autoren auch mit Beratungsansätzen auseinander. Vorgehensweisen bei therapeutischer Behandlung werden ebenso wie die Organisationsaufstellung oder ein Prozessdesign für eine Nachfolgeplanung vorgestellt. Die Methoden werden anhand von Praxisfällen und unter Verzicht auf theoretische Modelle erörtert.

Abgerundet wird das Buch durch einen Ausblick auf die Veränderungen in Unternehmerfamilien. Teilweise steht eine generelle Entkopplung von Familie und Unternehmen bevor. Das Buch ist gut zu lesen. Es liefert eine interessante und gelungene Darstellung unterschiedlichster Aspekte, viele Reflexionsansätze und Hilfestellungen. Auch wenn der Beitrag der Organisationsaufstellung etwas lang geraten ist, sind die Beiträge anschaulich und verständlich geschrieben. Viele Beispiele sorgen darüber hinaus für Praxisnähe. Für Angehörige von Unternehmerfamilien, Angestellte und Manager von Familienunternehmen und psychologische oder ökonomische Berater ist das Buch eine lohnenswerte Lektüre. Es behandelt ein Thema, das nicht viel beachtet wird. Ein weiterer Grund, es zu lesen.

(ms 11.05.2005)

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