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Small Talk – live


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Nöllke, Matthias
(2005)
Rudolf Haufe Verlag, ISBN: 3448068098


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Kommunikation, Netzwerken

Autor(en):
Dr. Matthias Nöllke arbeitet als Journalist und Autor in München. Er ist für den Bayerischen Rundfunk tätig und für zahlreiche Verlage und Unternehmen. Bei Haufe sind bereits mehrere Titel von Matthias Nöllke erschienen.

Themenliste Literatur
Kommunikation   Alles, was uns hilft, das Miteinander Umgehen besser zu verstehen und besser miteinander umzugehen

Buchrezensionen sind ein sehr interessantes Sujet, finden Sie auch? Lassen Sie uns etwas plaudern, liebe Rezensionsleserinnen und –leser von MWonline. In Buchrezensionen erfahren wir etwas über Bücher, die Menschen für Sie als potenzielle Leser geschrieben haben. (Feststellen, was ist – dies ist bereits eine von mehreren Varianten, um ein Gespräch zu eröffnen.) Wir erfahren zudem auch etwas über Menschen, die diese Bücher für Sie lesen und eine kurze Bewertung abgeben. Eine interessante Herausforderung ist es, als Bewerterin einen Bewerter zu bewerten... wie im Falle des Buches "Small Talk – live" von Dr. Matthias Nöllke. Das Schreiben über die Kommunikation von Menschen nennen Kommunikationswissenschaftler: Metakommunikation. Eine Kommunikation (Rezension) über eine Kommunikation über Kommunikation wäre dann wohl Meta-Metakommunikation und spätestens jetzt hätte mein Monolog Sie in einem realen Gespräch mit hoher Wahrscheinlichkeit entweder eingeschläfert oder in die Flucht geschlagen... Auch das ist eine der Facetten von Small Talk.

Was genau die Kunst des Plauderns ausmacht, wo die Grenzen sind und Fallstricke lauern, zeigt Matthias Nöllke in seinem Überblick mit reichhaltigen Beispielen zu zehn Situationen: "Der erste Satz", "Wann passt ein Small Talk?", "Über welche Themen sollten Sie reden?", "Den Small Talk am Laufen halten", "Ins Fettnäpfchen getreten", "Mit schwierigen Gesprächspartnern umgehen", "Amüsant plaudern", "Small Talk mit dem Chef", "Small Talk in der Gruppe" und "Wie Sie den Small Talk wieder beenden".

Jedem Dialog-Beispiel steht im Buch eine Seite mit dem Titel "So bewertet der Experte" gegenüber. In diesen 67 Bewertungen legt Matthias Nöllke dar, was falsch, richtig, geglückt oder misslungen ist. Hier stelle ich mir als Leserin die grundsätzliche Frage: Gibt es tatsächlich eine Instanz, die definiert, was in einer Kommunikation oder im Small Talk "falsch" oder "richtig" ist? Ich persönlich ziehe es vor, wenn Autoren Inhalte ohne "man", "müssen", "sollen" oder "nicht dürfen" vermitteln. Kommt es mir so vor oder ist dies ein automatischer Sprachduktus bei Ratgebern? Mir jedenfalls fällt er in der deutschen Ratgeberlandschaft immer wieder auf.

Schon das Vorwort "Das ist Ihr Nutzen" stimmt in diesem Sinne auf den Inhalt ein: "...Doch weil es beim Small Talk um gesprochene Sprache geht, genügt es nicht, die Gespräche einfach nur zu lesen. Sie müssen Sie auch hören. Schließlich kommt es nicht allein darauf an, was jemand sagt, sondern vielmehr wie er es sagt. Daher finden Sie eine Auswahl der Dialoge auch auf der beiliegenden Hör-CD. Auch hier meldet sich nach jedem Gespräch wieder der Experte zu Wort..."
Gezeichnet ist dieses Vorwort von Matthias Nöllke, der selbst dieser Experte ist.

Ich finde Expertenmeinungen zu Business-Themen sehr interessant und lasse mich gerne darauf ein – allerdings hinterfrage ich ebenso gerne und suche mir aus, was ich von einem Angebot oder einer Sichtweise an- oder übernehme. Das Müssen, Sollen und Nicht-Dürfen erspare ich mir immer wieder gerne, wenn ich die Wahl habe. Natürlich habe ich mir die CD ganz angehört, auch, weil sie als wesentlicher Bestandteil zur Rezension des Buches gehört. Der Autor spricht dort übrigens in seiner Expertenrolle auch selbst. Ich persönlich nehme die Small-Talk-Beispiele und Analysen als demonstrative Prototypen statt als "Gesetz". Stereotype verdeutlichen sehr gut. Die Reaktionen auf "fehlerhaften" Small-Talk sind nach meiner Erfahrung allerdings so verschieden und individuell wie die Menschen, die sich unterhalten.

Sehr gut gefallen haben mir der Aufbau und die klare Struktur des Buches: Dialog-Beispiel, Kommentar und Analyse, "So setzen Sie Ihre Kenntnisse um" und "Fakten und Hintergründe". Besonders gelungen finde ich die Stellen, an denen der Experte fragt und beantwortet, was die Beispiel-Small-Talker in seinen Augen hätten besser machen können. Die Passagen, in denen Zeitgenossen sich in Gesprächen "zickig" und/oder "selbstdarstellerisch" artikulieren, haben mich streckenweise erheitert – jede/r von uns kennt wohl derart Parlierende aus dem beruflichen oder privaten Umfeld. Auf der CD punktete bei mir besonders die Vorgesetztengattin "Frau Tietze" mit ihrer blasierten Talknummer "Kultivierte Dame stellt Kulturbanausen bloß" – natürlich als abschreckendes Beispiel. Die CD, die Profisprecher unter Regie aufgenommen haben, empfinde ich schon deshalb als willkommene und amüsante Infotainment-Zugabe.

Alles in allem gebe ich "Small Talk – live" zwei Sterne, gäbe es halbe Sterne wären es eineinhalb. Wenn Sie mich fragen, wem ich persönlich die Lektüre dieses Buches empfehle, fallen mir ein: junge Leute und Berufsanfänger, veränderungsbereite Menschen, die sich fragen, warum ihre Art zu parlieren einfach immer wieder komisch ankommt oder schief läuft und last but not least Kommunikationsprofis, die sich gerne auf der Meta-Metaebene tummeln. Letzteres schreibe ich mit einem sehr freundlichen Augenzwinkern. Sehr gerne unterhielte ich mich jetzt persönlich mit Ihnen, liebe Rezensionsleser/innen von MWonline. Da dies im Rahmen einer Buchrezension schwierig ist, freue ich mich auf eine andere Gelegenheit: zum Small-Talk.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Sandra Heinzelmann)

(Heinzelmann 25.11.2005)

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lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
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