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Unternehmertum |
Diese Rubrik umfasst alle Titel, die sich mit dem Dasein als Unternehmer befassen, solchen "in Gründung", den bereits aktiven, aber auch jenen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, Unternehmer im Unternehmen sein zu können. |
Traditionell geht es bei wirtschaftlichen Konkurrenzbeziehungen nicht gerade zimperlich zu. Da will man besser sein – und nicht der "Looser". Man muss schon auf der Hut sein und gewappnet. Das kostet Energie. Doch der Druck auf ein Unternehmen geht heute nicht mehr primär von der Konkurrenz aus. Es ist der Markt in seiner globalen Dynamik, der über den Erfolg von Unternehmen entscheidet.
Insbesondere auf mittelständischen Unternehmen lastet heute ein hoher Anpassungsdruck. In ihren alten Strukturen können sie den Anforderungen potenzieller Großkunden auf der einen Seite und einem hohen Effizienzdruck auf der anderen Seite oft nicht mehr standhalten. In dieser Situation kann ein Zusammenschluss in Form von Kooperationen, Netzwerken oder Verbundorganisationen ein lohnender Ausweg sein. Bei weitgehendem Erhalt der Flexibilität erlauben Unternehmenskooperationen die Entwicklung und Umsetzung komplexer Wettbewerbstrategien, die die Marktposition der beteiligten Firmen stärken und stabilisieren. Zudem ermöglichen sie, von den Erfahrungen des anderen Partners effektiv zu lernen. Daraus können enorme Synergieeffekte hervorgehen.
Es war der Gründer des US-amerikanischen Softwareherstellers Novell, Ray Norda, der das Kunstwort "Coopetition" durch Verschmelzung von Cooperation und Competition prägte. Hintergrund war die Erkenntnis, dass "reinrassige" Organisationsformen bei heutzutage turbulenten Märkten kaum mehr eine optimale Wertschöpfung garantieren können. Ziel von Coopetition ist, eine vormals ruinöse Konkurrenz in eine lohnende Zusammenarbeit zu verwandeln. Oder um es mit den Worten von Bary J. Nalebuff und Adam M. Brandenburger zu sagen: "Geschäft ist Zusammenarbeit, wenn es um das Backen von Kuchen geht, und Wettbewerb, wenn es an die Aufteilung des Kuchens geht."
Die DEKRA Akademie hat eine bundesweite Marktstudie durchgeführt, deren Ergebnisse sich in zehn Thesen fassen lassen:
- Unternehmensgröße: Es sind Kleinbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern, die zu 90 Prozent angaben, an einem Coopetition-Vorhaben beteiligt zu sein oder ein solches zu planen. Bei mittleren und großen Unternehmen liegt der Anteil um 30 Prozent niedriger.
- Anzahl der Partner: Kooperationen mit Wettbewerbern finden mit einer übersichtlichen Zahl von Partnern statt. 90 Prozent der Unternehmen kooperieren mit maximal fünf Partnern.
- Geschäftsfelder: Neben Forschung und Entwicklung (F & E) sind es kundenorientierte Geschäftsfelder wie Marketing und Verkauf, die in der Rangfolge ganz oben stehen.
- Kooperationsfelder: Je nach Unternehmensgröße sind andere Felder interessant. Kleine Betriebe nutzen Kooperation häufiger im Bereich F & E, aber auch bei Marketing und Verkauf. Die großen kooperieren eher im Bereich Produktion.
- Ziele: Ressourcenbündelung, Produktentwicklung und Allianzbildung gegen weitere Konkurrenten sind die wichtigsten Motive einer Kooperation. Kostenreduzierung und Markterschließung hingegen sind weniger wichtige Ziele.
- Lernen: Coopetition-Vorhaben bieten den beteiligten Unternehmen weitreichende Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Lern-, Austausch- und Veränderungsprozesse spielen im kostenintensiven Bereich F & E die größte Bedeutung, gefolgt von Marketing, Logistik, Verkauf und Personalentwicklung.
- Wissensmanagement: Lediglich ein Drittel der befragten Unternehmen setzt Methoden des Wissensmanagements zur Verstärkung der Lernprozesses ein. Hier scheint noch ungenutztes Potenzial zu schlummern.
- Branchen: Kooperationsziele werden branchenspezifisch unterschiedlich priorisiert. Für Dienstleister stehen "Synergieeffekte", "Zugang zu neuen Kunden", "Zugang zu Know-how" sowie "Produktentwicklung" im Vordergrund. Im Gegensatz zu Handel, Verkehr und Produzierendem Gewerbe. Dort werden die Ziele "Ressourcenbündelung" und "Markterschließung" wiederum sehr unterschiedlich gewichtet.
- Hindernisse: Misstrauen und Konkurrenzdenken sind die tiefverwurzelten, klassischen Schwierigkeiten bei der Kooperation.
- Ergebnismessung: Zwei Drittel der Unternehmen, die Kooperationen mit Wettbewerbern unterhalten, können messbare Ergebnisse wie Umsatzsteigerung, Zugang zu neuen Kunden und erfolgreiche Markterschließung vorweisen.
Eine Anleitung, Win-win-Situationen herzustellen und zu explorieren, wo sich für das eigene Geschäft Möglichkeiten ergeben könnten.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Thomas Webers)
Thomas Webers
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(thw 07.02.2006) |
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