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Unternehmenskultur |
Wenn die Kultur in einem Unternehmen nicht stimmt, bleibt der Erfolg aus. Bücher zu einem schwierigen Thema. |
Grundlage dieses Buches sind die Vorträge einer Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2003/2004 an der Universität Regensburg. Ziel der Vorträge war es, den Beitrag der Ethik im marktwirtschaftlichen Wettbewerb unter interdisziplinärer Perspektive zu diskutieren sowie den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu ermöglichen. An jeden der Vorträge schließt sich die transskribierte Fassung der Diskussionbeiträge an, was die Lektüre auflockert und die Themen lebendig werden lässt.
Frau Eigenstätter und Frau Hammerl absolvieren in einer allgemeinen Einführung einen wahren Parforce-Ritt durch Ethik- und Verantwortungstheorien. Der erste Block der Beiträge beschäftigt sich mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen:
Dr. Annette Kleinfeld – die einzige Frau in der Referentenriege – beschreibt in ihrem Vortrag `Philosophische Perspektiven aus der Praxis´ die veränderten Rahmenbedingungen einer globalisierten Wirtschaft und den damit verbundenen Werteverlusten. Sie zeigt auf, wie sich eine ethisch fundierte und integre Unternehmenskultur mit einer entsprechenden Geschäftspolitik verbinden lässt.
Prof. em. Dr. Mario von Cranach stellt sich in seinem Vortrag `Sozial verantwortliche Unternehmen sind erfolgreicher´ gegen das Prinzip einer einseitigen Gewinnmaximierung. Um wirtschaftlich dauerhaft Erfolg zu haben, müsse ein Unternehmen die drei ungeschriebenen und stillschweigend akzeptierten Grundverträge einhalten, nämlich den Sozialvertrag (Verantwortung gegenüber der Gesellschaft), den `Psychologischen Vertrag´ (Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern) und den `Umweltvertrag´ (ökologische Verantwortung). Dauerhafte Verletzungen dieser drei Grundverträge führten zu Vertrauens- und Imageverlust und damit zu wirtschaftlichen Misserfolg.
Prof. Dr. Klaus M. Leisinger zeigt in dem Beitrag `Respekt der Menschrechte als soziale Verantwortung global arbeitender Pharmaunternehmen?´ anhand von Praxisbeispielen die Chancen, Risiken und Grenzen für Unternehmen in der Umsetzung des Anspruches auf, sich aktiv für die Einhaltung von Menschenrechten einzusetzen.
Der zweite Block der Beiträge befasst sich mit spezifischen Themenfeldern:
In seinem Beitrag `Interkulturelle Handlungskompetenz als Bedingung wirtschaftsethischen Verhaltens in der internationalen Zusammenarbeit´ schildert Prof. Dr. Alexander Thomas anhand praktischer Beispiele, wie wichtig es im internationalen Geschäft ist, fremde Wertesysteme zu kennen, sie wertzuschätzen und im operativen Geschäft zu berücksichtigen, damit sich wirtschaftlicher Erfolg einstellt.
Prof. em. Dr. Helmut Heid ventiliert in seinem Vortrag `Übertragung von Verantwortung – die Verwandlung fremdbestimmten Sollens in selbstbestimmtes Wollen´ aus philosophischem Blickwinkel das Delegationsprinzip, die Übertragung von Verantwortung.
`Ökonomische Vernunft und ihr Anderes. Oder: Warum baut Nike Kathedralen?´ heißt der letzte, für mich persönlich am spannendsten zu lesende Beitrag von Prof. Dr. Bernhard Laux. Er betrachtet wirtschaftliches Handeln unter theologischer Perspektive und zeigt die ethischen Spannungsfelder der Pole Religion (jüdisch-christlicher Provenienz) und Wirtschaft auf. Ökonomie und Gewinnstreben dürfen nicht zum Religionsersatz und Götzendienst werden, genauso wenig darf das Gewinnstreben verteufelt werden. Ökonomie und Ethik müssen und können integriert werden.
Im Schlusskapitel mit dem Titel `Wirtschafts- und Unternehmensethik: glaubwürdig oder nicht?´ setzen sich die Autorinnen nebst Co-Autor Stefan Dobiasch mit der moralischen Glaubwürdigkeit unternehmerischen Handelns auseinander. Sie machen deutlich, dass Wirtschafts- und Unternehmensethik sich rechnen und glaubhaft sein muss. Sie rechnet sich nur und wirkt glaubwürdig, wenn sie "...konsistent, dauerhaft und nachprüfbar in allen unternehmerischen Entscheidungs- und Steuerungsprozessen..." (S. 242) verankert ist.
Die Herausgeberinnen erreichen m. E. das im Vorwort gesetzte Ziel, die Leserinnen und Leser für das Thema Wirtschafts- und Unternehmensethik zu sensibilisieren. Das Buch ist keine systematische wissenschaftliche Abhandlung zum Thema Wirtschafts- und Unternehmensethik, liefert aber facettenreiche und durch Praxisbeispiele aufgelockerte Zugänge zur Auseinandersetzung mit der Materie.
Übrigens: Zwei Vorträge (Prof. Dr. Albert Löhr und Dr. Stephan Grüninger) konnten nicht mit abgedruckt werden. Der Vortrag von Prof. Löhr kann allerdings wie auch die der anderen ReferentInnen unter http://www.knowledgebay.de/modules/search/index.php angehört werden. Materialien zur Vortragsreihe finden der Interessierte unter http://www-wirtschaftsethik.uni-regensburg.de.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Reinhard Fukerider)
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(fukerider.coaching 19.02.2006) |
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