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Controlling |
Umsatz allein hilft wenig, wenn man seine Kosten nicht im Griff hat. Controlling hilft - und ist mehr als Kontrolle. |
Die Zahl der Veröffentlichungen über Unternehmensallianzen, -kooperationen, -netzwerke etc., kurz: über zwischenbetriebliche Partnerschaften ist seit den 1980er Jahren sprunghaft gestiegen. Im Wesentlichen sind es zwei Arten von Publikationen: Entweder Gesamtdarstellungen zum Thema mit mehr oder weniger Praxisbezug oder "Studien" über das (häufige) Scheitern von Kooperationen und dessen Ursachen.
Das vorliegende Buch verfolgt einen anderen Ansatz. Die Verfasserin greift einen konkreten Einzelaspekt heraus – den der quantitativen und qualitativen Erfolgsmessung strategischer Unternehmensallianzen – und behandelt diesen vertieft. Die Darstellung hat einen klaren logischen Aufbau: Einleitend erfolgt eine "Begriffsabgrenzung", die klarstellt, was in diesem Buch mit "Kooperation" und "Allianz" gemeint ist – sinvoll, da es in der Fachwelt darüber sehr unterschiedliche Auffassungen gibt. Die hier zugrunde gelegte Definition für "Kooperationen" lautet: "Rechtlich und wirtschaftlich autonome Unternehmen einigen sich freiwillig auf die gemeinsame Erfüllung bestimmter Teilaufgaben eines ihrer Geschäftsbereiche, um den Zielerreichungsgrad ihrer unternehmerischen Tätigkeit zu erhöhen." "Allianzen" sind laut der Autorin spezielle Ausprägungen der "Kooperation", bei denen die Partner "zentrale Ressourcen oder strategische Geschäftsfelder einbringen und damit die langfristige Erhaltung, Schaffung und Realisierung von strategischen Wettbewerbsvorteilen anstreben".
An die Begriffsklärung schließt sich die Frage der Ziele einer Allianz an. Sie stehen "für die Gesamtheit aller gewünschten Wirkungen und bilden die ausschlaggebende Grundlage für die schlussendliche Bewertung". Unterschieden wird dabei einerseits zwischen Zielen der Allianz selbst und Zielen für die Allianz (aus Sicht der beteiligten Unternehmen), andererseits zwischen Formal- und Sachzielen. Primäres Ziel von Allianzpartnern ist das Schaffen von Erfolgspotenzialen mit Hilfe strategischer Wettbewerbsvorteile, "deren Erzielung somit als Formalziel einer Allianz angesehen werden kann". Sachziele konkretisieren Formalziele und drücken aus, was durch die Allianz im einzelnen erreicht werden soll. Als wichtigste Sachziele nennt die Autorin die "Schaffung bzw. Erschließung von Absatzmärkten", die "Erschließung und Sicherung wettbewerbsrelevanter Ressourcen" (z.B. Management- oder Technologie-Know-how) sowie als Nebenziel das sog. "Risk-Sharing".
Als Erfolg einer Allianz wird das Erreichen der Sachziele angesehen – in der Annahme, dass diese, u.U. indirekt, den übergeordneten Zielsetzungen der Partner dienen. Die Erfolgsmessung ist Aufgabe des Kooperationscontrollings (einem Subsystem des Kooperationsmanagements). Realisiert wird sie mittels der üblichen Controllinginstrumente, insbesondere der Kosten- und Ivestitionsrechnung sowie der Kennzahlensysteme.
Nach diesen vorbereitenden Abschnitten, die gut die Hälfte des Buches ausmachen (46 Seiten), folgt dann die Vorstellung der Allianz-Erfolgsmessungsverfahren. Wie schon im Kapitel über die Ziele einer Allianz angedeutet, konzentrieren sich die besprochenen Verfahren auf solche, die sich am Grad der Zielerreichung orientieren. Sie gliedern sich in eindimensionale Verfahren (die lediglich eine ökonomische Zielgröße oder Spitzenkennzahl heranziehen) und mehrdimensionale Verfahren (die sowohl quantitative und als auch qualitative Aspekte berücksichtigen).
Zur ersten Gruppe rechnet A. Deike die periodenbezogene Ergebnisrechnung (Gegenüberstellung von Erlösen und Kosten der vergangenen Periode), die Wertsteigerungsanalyse (Ermittlung des Beitrages einer Allianz zum Unternehmenswert des jeweiligen Partnerunternehmens) und die aktivitätsbasierte Erfolgsmessung (Gegenüberstellung von entstandenen Kosten und realisiertem – finanziellem und nicht-finanziellem – Nutzen). Die Darstellung der Wertsteigerungsanalyse und ihrer "Mechanik" nimmt dabei den größten Raum ein.
Als Verfahren der zweiten Gruppe nennt die Autorin Nutzwertanalyse und Balanced Scorecard, wobei sie bei letzterer auf das komplexe "Geflecht von Ursache-Wirkungsbeziehungen" und den daraus resultierenden Aufwand bei der Erarbeitung der benötigten Kennzahlen hinweist. Erschwerend wirkt sich bei praktisch allen Verfahren der Umstand aus, dass eine Allianz über keine eigenen Ressourcen verfügt (also eine virtuelle Organisation ist) und deshalb auf Informationen der Allianzpartner zurückgegriffen werden muss.
Der Buchtext wird durch Fußnoten auf jeder Seite sowie ein umfangreiches Literaturverzeichnis nach Art einer Seminar- oder Diplomarbeit ergänzt und ist vermutlich aus einer solchen hervorgegangen.
Gesamteindruck: Interessant für Leser, die sich mit dem Thema "Unternehmensallianzen" bereits intensiv beschäftigt haben. Zum Verständnis der vorgestellten Erfolgsmessverfahren und für deren praktische Anwendung wird viel betriebswirtschaftliches Know-how gebraucht. Nach konkreten Anwendungsbeispielen muss allerdings weiter gesucht werden – hier bietet das Buch keine Hilfestellung.
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(hdm 12.03.2006) |
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