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  Innovationsmanagement bei IT-Dienstleistungen


Grundlagen, Strategien, Praxis
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Grass, Tomass / Akca, Naciye
(2005)
VDM Verlag Dr. Müller, ISBN: 3865501583


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Schlagworte:
Innovationsplanung, Innovationsmanagement, Portfolio-Technik

Themenliste Literatur
Innovationsmanagement   Innovation hat u.a. auch etwas mit Kreativität zu tun, deshalb finden Sie hier Bücher rund um all das, was neu ist - und wie man Neues findet.

Rezension:

Das Buch hat die Zielsetzung, dem Management von IT-Dienstleistern eine praktikable Methodik zur systematischen Auswahl und Planung von Innovationen zu liefern – eine Aufgabe mit großer Bedeutung für die Positionierung dieser Unternehmen im Markt. Bisher fehlte ein praxisgerechtes Instrumentarium dafür. Die beiden Autoren legen nun "ein neuartiges, integriertes Portfolio-Konzept zur Unterstützung der Innovationsplanungen von IT-Dienstleistungsunternehmen" vor. Die Besonderheit ihres Ansatzes ist, dass darin außer technologischen auch (wettbewerbsrelevante) organisatorische und markt-getriebene Innovationen berücksichtigt werden.

Die Darstellung gehorcht einer glasklaren Logik. Zunächst werden (Kapitel 2) die Grundlagen des Innovationsmanagements behandelt, Ergebnisse der Innovationsforschung vorgestellt und Kernbegriffe wie "Innovation", "Innovationsstrategie" und "technologieorientierte Umweltanalyse" erklärt. Zu letzterer gehören die Aufgaben "Technologiefrüherkennung und -prognose" (Beurteilung technologiebedingter Zukunftschancen und –risiken) und "technologische Wettbewerberanalyse" (Beschaffung und Auswertung von Informationen über Innovationsaktivitäten der Konkurrenten); ihr Ergebnis, die technologische Positionsbestimmung des Unternehmens, bildet die Basis für die später behandelten Technologie-Portfolios.
Es folgt (Kapitel 3) ein Abriss verschiedener bekannter Portfolio-Konzepte (McKinsey, Boston Consulting, A.T. Kearny, A.D. Little), eines Technologie-Portfolios sowie eines Ansatzes zur Integration von Technologie- und Geschäftsfeldplanung in einem Portfolio (das sog. Darmstädter-Portfolio). Die Autoren weisen dabei darauf hin, dass die bisherigen integrierten Portfolios "Innovationen nur im engen technologischen Sinne" erfassen, obwohl im IT-Servicesektor auch nicht-technologische Innovationen wettbewerbsrelevant sein können, z.B. die Modularisierung von Dienstleistungen (Seite 61/62).

Anschließend (Kapitel 4) werden die Merkmale, Tätigkeitsfelder und möglichen Wettbewerbsstrategien von IT-Dienstleistungsunternehmen besprochen. Drei ausgewählte Innovationsbeispiele, nämlich
  • der Einsatz der RFID-Technologie zum Aufbau oder Ausbau neuer bzw. bestehender strategischer Geschäftsfelder,
  • die Kostensenkung durch das Offshoring von Services,
  • die Entwicklung von Dienstleistungen für den Wachstumsmarkt "Gesundheitswesen",
veranschaulichen dabei die obige These von der Bedeutung nicht-technologischer Innovationen und der Notwendigkeit ihres Einbezuges in die Innovationsplanung.
In Kapitel 5 präsentieren die Verfasser dann ihr "Konzept eines integrierten Innovations-Portfolios für IT-Dienstleistungsunternehmen". Es heißt "integriert", weil es erlaubt, alle strategischen Innovationsvorhaben mit Hilfe nur eines Portfolios zu analysieren. Es soll als Werkzeug im Entscheidungsprozess dienen, insbesondere zur Informationsbeschaffung und –strukturierung, und nicht dem Management die Innovationsentscheidungen abnehmen. Als grundlegendes Problem dabei nennen T. Grass und N. Akca das Fehlen von systematisch hergeleiteten und theoretisch begründeten Bewertungskriterien für Innovationsvorhaben, das sie als "Forschungslücke im Innovationsmanagement" ansehen (S. 97). Sie machen deshalb von sich aus Vorschläge für Subkriterien zur Konkretisierung der beiden Hauptkriterien ihres Konzepts, nämlich der "Innovationsattraktivität" und der "Innovationsstärke" (des Unternehmens in Bezug auf ein Innovationsvorhaben).

Das Arbeiten mit dem "integrierten Innovations-Portfolio" wird sowohl textlich als auch mittels einiger Grafiken sowie durch ein Anwendungsbeispiel erläutert. Allerdings reicht diese Darstellung zur selbständigen Anwendung des Konzepts in der Praxis keinesfalls aus, zumal wegen der umfassenden Darlegung der Grundlagen für den praktischen Teil nur 20 (von insgesamt 111) Seiten verbleiben.

Gesamteindruck: Eine anspruchsvolle Lektüre, die Zeit und echten Lernwillen erfordern, woran es jedoch der Zielgruppe des Buches – "Entscheidungsträger der IT-Dienstleistungsbranche" – vermutlich in der Regel mangelt. IT-orientierte Unternehmensberater dürfte das Thema ebenfalls interessieren – es zeigt ihnen ein neues Beratungsfeld auf.

(hdm 24.04.2006)

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