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  Buchbesprechung


Die Teamlüge
Von der Kunst, den eigenen Weg zu gehen

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Kellner, Hedwig
(1997)
Eichborn-Verlag, ISBN: 3821805064


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Teamarbeit, Teamgeist, Gruppenarbeit

Themenliste Literatur
Teamarbeit   Für alle, die neue Arbeitsformen der Team- und Gruppenarbeit einführen wollen oder glauben, sie einführen zu müssen.

Liest man heutzutage Stellenanzeigen, ist Teamgeist das Modewort schlechthin. Es reicht nicht mehr, gut zu sein, seine Aufgaben hervorragend zu gestalten, man muss auch noch bereit sein, dies ohne Absonderung, Ego-Trips und Allüren als gemeinsamen Sieg zu feiern und zu verkaufen. Soweit der Anspruch. Die Realität sieht, wie wir alle wissen, anders aus. Was ist überhaupt Teamgeist? Wie entsteht er wirklich? Klappt das überhaupt ohne einen Führer? Und wenn es nur das heimliche Alpha-Tier ist. Ganz abgesehen davon, dass das Belohnungs- und Erfolgssystem in Politik und Wirtschaft Einzelleistungen honoriert. Lukrative Verträge bekommen Einzelpersonen, und auch die beste Fussballmannschaft braucht einen Trainer, der erst das Beste aus ihnen herausholt.
Wo ist also die Grenze zwischen Teamgeist und Gruppenzwang, Sportsgeist und Gleichmacherei? Wer kennt es nicht, das schleichende Unbehaben beim erzwungenen Du, das Beschwören der offenen Kommunikationskultur im Projektmeeting, und hinter den Kulissen bilden sich Fraktionen, heimliche und offene Führer etc. Keller bietet hier einen realistischen Ansatz zur Nutzung der Teamstruktur als eine Möglichkeit unter mehreren, immer abhängig von der jeweiligen Situation (manchmal muss einer entscheiden und vorher dafür sorgen, dass die Gruppe ihm vertraut) und der eigenen Selbsteinschätzung (bin ich ein Alpha-Tier, steht die Rolle mir? Bleibe ich lieber im Verborgenen und arbeite im Schutz der Gruppe?) Team verwischt auch Verantwortung bei unklaren Spielregeln. Und was ist so tragisch daran, für sich zu erkennen, kein Teamplayer zu sein und die richtigen Konsequenzen zu ziehen?
Brilliante Fachleute verstummen gelegentlich zu komatösen Elendshäufchen, wenn sie im Kreise ihrer Kollegen Präsentationen und Diskussionen starten sollen. Was ist schlimm daran? Jeder nach seinen Fähigkeiten, darauf kommt es an. Und ein guter Führer findet heraus, wer seiner Teammitglieder welche Rolle füllen kann.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Jutta Menzen)

(jme)

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