Dr. Susanne Klein, studierte Psycholinguistin/ Psychologin und selbstständig als Trainerin und Coach, widmet sich in ihrem rund 200 Seiten umfassenden Buch in sehr vielfältigen Blicken dem Thema Konflikte. Dabei unterteilt sie – dem Untertitel des Buches folgend – ihr Werk in drei große Abschnitte:
- Wenn die anderen das Problem sind – Konfliktmanagement
- Wenn man selbst das Problem ist – Konfliktcoaching
- Wenn die anderen das Problem haben – Konfliktmediation
Im ersten Teil beschreibt die Autorin Anlässe und Anzeichen von Konflikten, bringt Beispiele über deren Entstehung und welche Möglichkeiten es gibt, Konflikte konstruktiv zu handhaben. Sie schildert verschiedene Szenarien, so z.B. Teamkonflikte, Machtkämpfe, Kränkungen oder mangelnde Rollen- und Kompetenzklarheiten und gibt dem Leser/ der Leserin mittels einer immer wiederkehrenden "to do"-Rubrik Ideen und Handlungsempfehlungen mit auf den Weg. Am Ende des ersten Teils steht ein Leitfaden für Konfliktgespräche, den ich als gelungen und hilfreich erachte.
Teil 2 widmet sich dem Konfliktcoaching. Hierbei trägt die Autorin in kurzen, überschaubaren Abschnitten eine Vielzahl von Erkenntnissen prominenter Psychologen und/oder Therapeuten zusammen (u.a. Albert Ellis, Chris Hall, Virginia Satir, Steve De Shazer), auch diese jeweils verbunden mit Fallbeispielen. Es geht um den inneren Zustand, der das Verhalten beeinflusst, um die Wahrnehmung der Bedürfnisse der Anderen, um Kontraktklärung, Fragetechniken oder den individuellen Wertekanon.
Der letzte Teil des Buches gehört dem Thema Konfliktmediation, wobei er – nach ein paar Seiten einführendem Grundlagenwissen - weitestgehend aus dem 10-Phasenmodell der Konfliktmediation und der Vorstellung der "36 Strategeme der Chinesen" besteht. Das 10-Phasenmodell las ich mit sehr großem Interesse, die vielen Seiten über die chinesischen Strategeme hingegen empfand ich eher als Füllmasse.
Mein Fazit: Das Buch läßt sich flüssig lesen, Fachbegriffe werden - wenn benutzt - gleich erklärt, so dass auch der mit dem Thema weniger Vertraute sich schnell einlesen kann. Das Buch ist immer dann stark, wenn die Autorin mir - dem Leser – in der Rolle einer Dozentin entgegenkommt. Dies betrifft vor allem den Mittelteil, den ich als kluge, fundierte, theoretische Abhandlung erlebte und der ich viel Fachliches entnehmen konnte. Deutlich schwächer empfand ich das Buch, wenn die Autorin auf Praxisbeispiele zurückgriff, die auf mich oftmals künstlich wirkten. Kräftiges Stirnrunzeln erzeugten bei mir manche Handlungsideen der Autorin bezüglich des Einsatzes von Humor in Konflikt- und Krisensituationen sowie einige Aussagen zu den Möglichkeiten von Führungskräften als interne Mediatoren.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Detlef Schmidt) |