Die Autorin, selbst in Training und Beratung tätig, stellt in ihrem Buch eine von ihr entwickelte Skala als Messinstrument zur inneren Kündigung vor, dessen Lektüre der Klappentext vor allem Personalentwicklern, Führungskräften und Unternehmensberatern ans Herz legt.
Dass diese Zielgruppe mit den Ausführungen von Frau Neuhold viel anfangen kann, bezweifelt die Rezensentin. Außer der detaillierten Darstellung einer Erhebung zur inneren Kündigung, deren Ergebnisse Praktikern kaum neue Erkenntnisse liefern werden, hat diese Veröffentlichung wenig zu bieten. Das Lesen wird zudem durch mangelhafte Grammatik und Orthographie, schlechte Strukturierung und schlampige Graphiken erschwert (z.B. fehlen bei übernommenen Graphiken Erläuterungen, Schaubilder werden durch Seitenumbrüche auseinander gerissen, bei Tabellen über 2 Seiten wurde auf der Folgeseite das Layout vergessen, Schrift in Schaubildern verschwindet hinter der Umrandung…). Hier wäre es schön gewesen, wenn die sprachlichen und gestalterischen Schwächen der Autorin durch einen engagierten Lektor aufgefangen worden wären.
Das Buch besteht aus drei Hauptkapiteln: Dem theoretischen Hintergrund, der Erläuterung der Methode und der Darstellung der Ergebnisse.
Im ersten Kapitel befasst sich die Autorin mit der begrifflichen Klärung von Motivation und Arbeitszufriedenheit sowie der Definition und Darstellung des Phänomens der inneren Kündigung. Bei der begrifflichen Klärung werden vorwiegend Zitate unterschiedlicher Autoren aneinander gereiht und teilweise kritisiert. Es fehlen abschließende Resümees und vor allem eine Aussage der Autorin, welche der dargestellten unterschiedlichen Meinungen sie vertritt oder ob sie eine eigene Auffassung hat. Auch die zur inneren Kündigung vorgestellten Erhebungen und Zitate wirken unreflektiert zusammengeschrieben. Es bleibt am Ende offen, welches Verständnis die Autorin vertritt.
Am Ende des Abschnitts zur inneren Kündigung kommt Frau Neuhold zur Ableitung ihrer Fragestellungen. Die beiden Hauptthesen, die die Autorin untersuchen möchte, beziehen sich auf einen angenommenen Zusammenhang zwischen Motivation/Demotivation und Kündigungsabsicht/Zukunftserwartung. Dieser wird dann - kaum überraschend- durch die Ergebnisse der Erhebung bestätigt.
Der Kernteil des Buches beinhaltet folgend die detaillierte Schilderung und Darstellung der Erhebung, die sich auf Fragebögen sowie qualitative Interviews stützt. Dieser folgt die ebenso ausführliche Dokumentation der Ergebnisse, wie z.B. dass Demotivation bzw. Motivation mit den erlebten Belastungen in der Arbeit zusammenhängen und hoch demotivierte Personen häufig eine reduzierte Leistungsfähigkeit zeigen.
Das abschließende Resümee, von dem sich die Rezensentin eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem praktischen Nutzen versprach, beschränkt sich auf 1,5 groß bedruckte Seiten mit der Feststellung, dass sich die Antworten und Vorstellungen der interviewten Personen zum Begriff "Innere Kündigung" mit den Verhaltensbeschreibungen in der wirtschaftspsychologischen Literatur decken.
Die Rezensentin bezweifelt, dass für die Beantwortung der Frage, ob sich hoch motivierte und niedrig motivierte Personen in ihrer Kündigungsabsicht unterscheiden, eine statistische Erhebung notwendig ist. Insgesamt ist dieses sprachlich und formell mangelhafte Buch, dessen Ergebnisse kaum Neues liefern, allenfalls für Studenten empfehlenswert, die eine statistische Auswertung am Praxisbeispiel nachvollziehen möchten. Der Nutzen für Personalentwickler und Führungskräfte hat sich der Rezensentin nicht erschlossen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Melanie Cordini )
|
(Melanie Cordini 04.03.2007) |
|