Autor(en):
Sie ist promovierte Islamwissenschaftlerin mit langjähriger Erfahrung im arabischen Raum und berät führende Unternehmen, Institutionen und Verbände bei ihren Geschäftsbeziehungen in arabischen Ländern. Sie ist Mitglied im Präsidium der Arabisch-Deutschen-Vereinigung für Handel und Industrie e.V. (Ghorfa), der Society for International Education, Training and Research e.V. (SIETAR), Inhaberin von Cross Cultures, einem Unternehmen, das sich mit Fragen der interkulturellen Kommunikation beschäftigt.
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| Themenliste Literatur |
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Interkulturelles Management |
Die Welt wird zum Dorf, und unsere Geschäftspartner und Kollegen können irgendwo in diesem Dorf sitzen. Oder sie sitzen direkt neben uns, kommen aber aus einem ganz anderen Teil der Welt. Bücher zu dem Thema, wie man in und mit anderen Kulturen zurecht kommt. |
Rezension:
Eigentlich braucht man ja nicht mehr darauf hinweisen, dass jede Region ihre eigene Geschäftskultur hat. Gerade in Zusammenhang mit Arabien muss dies erst recht nicht erwähnt werden, denn den meisten wird hierzu sofort der Basar und die uns so suspekte Kultur des Feilschens einfallen. Trotz dieser scheinbaren Klarheit über die Andersartigkeit fällt es nicht leicht, sich sofort auf das Andere einzustellen. Vielfach sind es die Kleinigkeiten, die entscheidend sind und die man kennen muss, wenn man erfolgreich Geschäfte betreiben will. Die Autorin versucht in ihrem Buch die Besonderheiten im Geschäft mit dem arabischen Kulturraum darzustellen. Dazu schlägt sie einen Bogen ausgehend von der Frage, wer "die" Araber denn überhaupt sind bis zur Frage, wie man sich bei Privateinladungen verhalten sollte.
Dazu hat sie das Buch in 12 Kapitel gegliedert:
- Business with "the" Arabs?
Die arabische Welt ist vielgestaltig mit erheblichen Konsequenzen für die jeweiligen wirtschaftlichen Beziehungen. Egal ob Wirtschaftskraft, Staatsform oder Ethnien, es gibt kein einheitliches Arabien. So fällt auch die Definition durch arabische Staatsmänner eher vage aus: "Araber ist ein jeder, der in unserem Lande lebt, unsere Sprache spricht, in unserer Kultur aufgewachsen ist und auf unsere ruhmreiche Geschichte stolz ist."
- Arabische Geschäftskultur: Eine lange Tradition
In einer Region, die wenig eigene Ressourcen hervorbringt, hat der Handel schon immer eine große Rolle gespielt. So verwundert es auch nicht, dass der Islam wesentlich durch den Handel beeinflusst ist - nicht zuletzt durch den Propheten Mohammed, einem Händler. Die islamische Wirtschaftsethik basiert auf den Prinzipien Gerechtigkeit, Selbstlosigkeit, Wohlergehen und Wohltätigkeit. So sollten Transaktionen auf dem Fundament von Fairness, Ehrlichkeit und Ehrhaftigkeit getätigt werden.
- Vom Umgang mit unterschiedlichen Kulturstandards im Geschäftsleben
Kulturräume, die sich so unterscheiden wie Europa und der arabische Raum, erfordern einige Anpassung an den jeweils anderen. So ist der arabische Raum eher durch Beziehungsorientierung, Kollektivismus, indirekte Kommunikation und steile Hierarchien geprägt. Für Europäer ein erheblicher Anpassungsbedarf.
- Sichere Geschäftsanbahnung
Wie so oft gilt auch hier: Der erste Eindruck ist der wichtigste. Also, Business is personal: Family and friends first. Gutes Benehmen ist daher zentral und man muss wissen, wie es geht.
- Das Einmaleins der arabischen Kommunikation
Laut, schnell, übertrieben. So nehmen die unterkühlten Europäer die Araber war. Stimmt, der Stil im nahen Osten ist expressiv und dazu auch noch indirekt. Gerade Negatives wird meist nicht direkt angesprochen. Für Europäer ein Minenfeld.
- Die hohe Kunst des Verhandelns
- Management im arabischen Raum
Wie führt man Mitarbeiter in einer Kultur, die durch Gruppenzugehörigkeit und strikte Hierarchien gekennzeichnet ist und sich zusätzlich auch noch im Wandel befindet, weil viele Einheimische eine amerikanische oder europäische Ausbildung genossen haben?
- Arbeitsalltag im arabischen Raum
Zeit? Meetings? Arbeitsabläufe? Gibt es alles. Man sollte aber wissen, worauf es sich einzustellen gilt. Zum Beispiel darauf, das Araber von sich behaupten Zeit zu haben. So verhalten sie sich auch. Wenn man es weiß...
- Konfliktmanagement: Konflikte erkennen und handhaben
Woraus entstehen eigentlich typischerweise Konflikte? Fettnäpfchen gibt einige, zum Beispiel mangelnde Statusakzeptanz, mangelnde Loyalität, direkte Konfrontation oder Zeitfixierung. Dementsprechend werden Konflikte auch anders gelöst, etwa durch symbolische Gesten, Konzentration auf Gemeinsamkeiten oder Vermittlung durch Dritte.
- Freitags nie! Der Islam im Geschäftsleben
- Tafaddalu – Zu Gast bei arabischen Geschäftspartnern
Die arabische Gastfreundschaft ist legendär und Teil der Geschäftsbeziehung. Das Spiel sollte man spielen können, damit möglichst wenige Missverständnisse entstehen, etwa das mit den Hammelaugen. Keine Sorge, die soll der Gast nicht essen. Es geht nur darum zu zeigen, das das zu verspeisende Hammelfleisch frisch ist.
- Zu guter Letzt – Ein Selbsttest
Und abschließend: Anhang mit Länderportraits, Literatur- und Quellenangaben.
Hilft das Buch, sich auf Geschäftsbeziehungen im arabischen Raum vorzubereiten? Ja, meint der Rezensent, wenn sich der Leser noch nicht intensiv mit der Region befasst hat. Dann hat er hier eine gut strukturierte und leicht zu lesende Darstellung wichtiger Informationen. Wer bereits mit der Region zu tun hatte, wird allerdings viel Bekanntes wiederfinden und sich wahrscheinlich daran stören, dass der Kultur und Religion viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, während die direkt geschäftsbezogenen Aspekte in Relation dazu knapp abgehandelt werden. Fazit: Mehr Knigge als Business.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Frank Edelkraut) |
(fe 13.03.2007) |
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