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  Corporate Social Responsibility

 Die MWonline-Kolumne  ::   Corporate Social Responsibility


Ob es an der Weihnachtszeit lag? Die Wirtschaftswoche veröffentlichte in der vorletzten Ausgabe des Jahres 2006 einen Schwerpunkt zum Thema "Soziales Engagement" von Unternehmen. Solche Berichte erzeugen beim kritischen Leser Verwunderung und auch eine gehörige Portion Skepsis. Es ist noch nicht lange her, da hörte man Aussagen wie: "Warum sollen wir einen Betriebskindergarten betreiben? Gehört nicht zur Kernkompetenz!" Oder: "Unser soziales Engagement besteht darin, Gewinne zu erzielen und so die Gehälter unserer Mitarbeiter sicherzustellen!"

Und nun stellen Unternehmen ihre Mitarbeiter für ehrenamtliche Tätigkeiten frei (Social Volunteering)? Manager bauen Abenteuerspielplätze und renovieren Kindergärten? Seitwann gehört das zur Kernkompetenz? Schaut man genauer hin, finden sich dann doch wieder wirtschaftliche Argumente: Image, Personalentwicklung, Arbeitgeberattraktivität, Markenbekanntheit, Eröffnung neuer Geschäftsfelder...
Was sollte dann der Rückzug aus solchen Aktivitäten?

Zwei Vermutungen drängen sich auf: Die Unternehmen haben erkannt, dass die einfachen Rezepte vielleicht doch nicht glücklich machen. Und dass Unternehmen in Systemen existieren, die aus mehr als den Kapitalmärkten bestehen. Das wäre schön.
Es kann aber auch sein, dass es einfach angesagt ist, sich zu engagieren. Corporate Social Responsibility klingt gut und ist nichts als ein neues Rezept. Dann ist es ebenso vergänglich wie andere.

Und was ist von einem solchen Satz halten: "Uns geht es nicht um Exoterik irgendwelcher Weltverbesserer!" Was ist so schlimm daran, die Welt ein wenig besser zu machen?

Da sind mir die Unternehmer sympathischer, die sich unabhängig von allen Moden sich sozial engagiert haben, als es gerade mal nicht "State of the Art" war, bevor man die wirtschaftlichen Vorteile solchen Tuns entdeckt hatte, einfach aus Überzeugung. Diese werden jetzt natürlich von den Medien entdeckt und als vorbildlich dargestellt. Sie werden schmunzeln und es gelassen nehmen. Hoffentlich.

von Johannes Thönneßen
 
Publikationen zu diesem Thema:
Autor / Titel  Kurzbeschreibung  
Mona Niebuhr
Neue Rollen
Wirtschaftswoche (Heft 51, 2006)
Sie suchen eine Möglichkeit zur Personalentwicklung im Bereich soziale Kompetenz und gesellschaftliches Bewusstsein? Wie wäre es mit Corporate Volunteering?
Bernward Baule
Viele bunte Blumen
Wirtschaftswoche (Heft 51, 2006)
Sie denken auch, dass soziale Marktwirtschaft daraus besteht, Gewinn zu machen, Steuern zu zahlen und erträgliche Arbeitsbedingungen zu bieten? Weit gefehlt, die neue soziale Marktwirtschaft geht ein paar Schritte weiter.
Christian Ramthun
Auf dem Radar
Wirtschaftswoche (Heft 51, 2006)
Ihr Unternehmen macht sich für die Gesellschaft stark und engagiert sich in der Bildung oder für Notleidende? Dann nehmen Sie Ihre CSR ja schon wahr. Ein neuer Begriff für bewährtes Handeln, das zur Mode und Notwendigkeit wird.


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