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  Lean Management

 Die MWonline-Kolumne  ::   Lean Management


Ohne Zweifel gab und gibt es in vielen Unternehmen und Organisationen Positionen, bei denen sich nicht nur die Mitarbeiter fragen, wozu sie überhaupt geschaffen wurden. Mag sein, dass es einmal einen trifftigen Grund gab. Mag auch sein, dass man nur eine attraktive Stellung für einen aufstrebenden Manager schaffen wollte. Wie auch immer: Irgendwann hat man Strukturen geschaffen, die viel Geld kosten, die sich gegenseitig behindern und Entscheidungsprozesse drastisch verlangsamen statt sie voranzutreiben.

Wie die Wirtschaftswoche in ihrer Ausgabe 43/2005 berichtet, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, ganze Hierarchie-Ebenen einfach zu streichen. Der alte Hut "Lean Management" ist wieder in aller Munde. Die Aufgaben werden auf andere verteilt, in der Regel auf die Ebene darunter. Dann teilen sich zwei Team-Leiter den Job des Abteilungsleiters, ohne hierfür extra bezahlt oder befördert zu werden. So landen die Entscheidungsbefugnisse dort, wo sie auch hingehören, und so ganz nebenbei spart man mächtig viel Geld.

Also endlich mal eine sinnvolle Art der Organisationsoptimierung? Zweifel müssen erlaubt sein. Ich habe erlebt, dass man Positionen geschaffen hat, weil sie zur Vervollständigung des Organigramms notwendig waren - nach dem Motto: Wenn es im Bereich A einen Hauptabteilungsleiter gibt, dann muss es auch einen im Bereich B geben. Völlig unsinnig natürlich. Genauso unsinnig aber erscheint es mir, nun Hierarchie-Ebenen zu streichen nach dem Motto: "Wenn einer, dann alle!" Wieso, frage ich mich, tendieren Organisationen dazu, eine Lösung immer flächendeckend umzusetzen? Warum ist es nicht möglich, bei veränderten Bedingungen fallweise zu entscheiden, ob eine Regelung weiterhin sinnvoll ist oder nicht? Warum müssen überall gleiche Bedingungen gelten? Entweder Abteilungsleiter für alle oder Verzicht auf eine ganze Ebene. Aber so ist es wohl: Es ist halt bequemer, eine generelle Regelung einzuführen als von Fall zu Fall zu entscheiden, diese Entscheidung zu begründen und sich mit kritischen Fragen konstruktiv auseinander zu setzen.

Die Wette gilt, dass dort, wo gerade Hierarchie-Ebenen weggewischt werden, schon bald neue Positionen geschaffen und dann konsequent im ganzen Unternehmen wieder eingefügt werden.

von Johannes Thönneßen
 
Publikationen zu diesem Thema:
Autor / Titel  Kurzbeschreibung  
Julia Leendertse
Kürzere Wege
Wirtschaftswoche (Heft 43, 2005)
Das Lean Management hält immer mehr auch Einzug in die Führungsetagen von Unternehmen. Das sorgt für schnelleren Informationsfluss an die Unternehmensspitze und soll die Wertschöpfung optimieren.


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