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  Zielvereinbarungen outsourcen

 Die MWonline-Kolumne  ::   Zielvereinbarungen outsourcen


Ein wenig gruselig liest sich ein Beitrag über das "Offshoring" von HR-Leistungen bei SAP. Dort hat man nämlich entdeckt, dass das Führen mit Zielvereinbarungen ein hochgradig administrativer Prozess ist, und administrative Funktionen kann man prima ins Ausland auslagern.

Der Leser staunt erst einmal: 85% des Prozesses soll aus Verwaltungsaufgaben bestehen - vielleicht sollte man sich da erst einmal den Prozess der Zielvereinbarungen genauer anschauen? Welche Aufgaben sind gemeint? Bei näherer Betrachtung finden sich so wichtige Dinge wie "Kontrolle der Führungskräfe" (ob diese auch brav ihre Zielvereinbarungen eintragen), "Kontrolle der Entwicklungspläne" (ob diese mit der Strategie vereinbar sind), "Kontrolle der Leistungen" (wie die Mitarbeiter verschiedener Abteilungen im Vergleich abschneiden). Warum das alles besser in Prag als in Deutschland geleistet werden kann, bleibt schleierhaft. Am Ende bleibt nur ein Argument: Dort kosten die Arbeitskräfte weniger als hierzulande. Und da diese Tätigkeiten ja nicht regelmäßig anfallen, können sie auch durch zeitlich befristete Kräfte erledigt werden, das spart noch einmal Geld.

Dass durch ein solches Outsourcing die Prozesse verbessert werden und die "Kunden" (gemeint ist wahrscheinlich das Management, das die Auswertungen erhält) zufriedener sind, halte ich für ein Gerücht, auf jeden Fall aber für ein Scheinargument für das "Offshoring".

von Johannes Thönneßen
 

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