| Umfrage 09: Steigerung der Kompetenz |
Vom 19.11.00 bis 31.12.00 war unsere Umfrage zur Erfolgsbewertung von Massnahmen zur Steigerung der sozialen Kompetenz im Netz, die sich vorrangig an Trainer und Coaches wandte. Die Umfrage wurde von 378 Leuten besucht, und 138 haben sie dann auch soweit ausgefüllt, dass wir sie auswerten konnten. Die Ergebnisse zeigen ein durchaus unterschiedliches Herangehen an die Fragestellung der Evaluation. Zum Teil wird sehr intensiv und nach vorgegebenen Standards evaluiert, und zum Teil wird bewusst ganz darauf verzichtet.
Neben den Verfahren die Sie bereits kennen, sind vielleicht auch noch weitere interessante Ansätze in den Ergebnissen dabei. Oder Sie schließen sich der Meinung eines Umfrageteilnehmers an und sagen: "Wirksamkeit und Nutzen muss gegenüber Dritten nicht belegt werden." Darüber läßt sich bestimmt trefflich streiten...
Hier sind die Ergebnisse der Umfrage (zusammengestellt von
Jörg Middendorf):
Welche Leute haben an der Befragung teilgenommen und...*
...was sind ihre inhaltlichen Schwerpunkte?
Wie evaluieren Sie den Erfolg Ihrer Maßnahmen?
TN steht für Teilnehmer und mit der Umgebung der Teilnehmer sind Kollegen und
Vorgesetzte gemeint.
Welche andere Verfahren werden zur Evaluation eingesetzt?
Am häufigsten wurden Gespräche (11 Angaben) geführt: Gespräche mit den Teilnehmer, den Vorgesetzten und/oder den Auftraggebern. Es werden auch, nach einer gewissen Zeit, Fragebögen versandt (4 Angaben) oder Zielvereinbarungen (3 Angaben) überprüft. Als weitere Möglichkeiten wurden genannt:
- Self Assessment nach dem EFQM-Modell
- Kennzahlen (je nach Auftrag)
- Rollenspiele an unterschiedlichen Tagen
- Auswertungsworkshop
- Reviews, Mehrfachmessung mit Tools wie der Leadership Effectivness Analysis (LEA)
- Hospitation von KollegInnen
- Gegenseitige Teilnehmerbewertung
Nutzen Sie die Ergebnisse als (Verkaufs-) Argumente für den Nutzen der Maßnahme?
Falls Sie Ja angekreuzt haben: In welcher Form setzen sie die Argumente ein?
Die meisten nutzen die Ergebnisse im Gespräch mit den aktuellen Auftraggeber zur
Akquise von Nachfolgeaufträge oder in Akquisitionsgesprächen mit potentielle
Auftraggebern (14 Angaben). In ähnliche Richtung gehen auch eine Vielzahl von Angaben (11), die die Ergebnisse zusammengefasst und abstrahiert als "Beweis" für den Nutzen der Maßnahmen in Gesprächen anführen. Schriftlich werden oft die Ergebnisse in Form von Referenzen (Kundennamen, Kundenzitate, etc.) genutzt (11 Angaben). Umfassendere Evaluationen und/oder Ergebnispräsentationen wurden sechsmal angegeben. Angaben aus den Evaluationen wurden zum Teil auch für die Generierung von Fallbeispielen genutzt (3 Angaben) und zum einem großen Teil für die Weiterentwicklung der Maßnahme oder der eigenen Fähigkeiten als Trainer oder Coach (14 Angaben).
Falls Sie Nein angekreuzt haben: Wie belegen Sie sonst die Wirksamkeit und den Nutzen Ihrer Maßnahmen?
Als häufigste Überprüfung für den Erfolg der Maßnahme wurde die konkrete
Verhaltensänderung der Seminarteilnehmer/Mitarbeiter genannt (8 Nennungen). Darüberhinaus gab es einzeln genannte Verfahren, die zum Überzeugen der Kunden genutzt werden, wie Auswertungsworkshop, Begleitung on-the-job, die eigene Persönlichkeit, Probekontrakt und Vorstellen des eigenen Vorgehens. Hier noch einige weitere Sichtweisen zum Thema "Belegen der Wirksamkeit":
- Gar nicht, wird in der Regel vom Kunden nicht gefragt
- Den Erfolg einer Maßnahme garantiere ich nicht
- Bin der Meinung, dass die meisten Maßnahmen keinen Nutzen haben (Langzeitevaluation).
Vielmehr sollte an Kontextfaktoren und Strukturen gearbeitet werden, ...
- Wirksamkeit und Nutzen muss gegenüber Dritten nicht belegt werden. Feedback dient nur
der eigenen Entwicklung als Trainer
- Bis jetzt zu wenig aktiver Verkauf (viele Stammkunden, die weiterempfehlen)