| Personalentwicklung am PC |
Im Newsletter 299 vom 18.12.03 hatten wir uns wie folgt geäußert:
Personalentwicklung am PC? Inzwischen häufen sich die Beiträge, in denen uns Personalentwicklungs-Software vorgestellt wird. Da kann der (Personal-)Manager am Bildschirm seine hoffnungsvollen Nachwuchskräfte beurteilen, mit einem eingespeisten Anforderungsprofil vergleichen, die notwendigen Maßnahmen einleiten und sich so seinen perfekten Nachfolger stricken. Im Ernst: Dass IT-Systeme administrative Abläufe unterstützen, ist nur zu
begrüßen. Wer aber nun hofft, dass Personalentwicklung dank IT endlich funktioniert, wird wohl eher enttäuscht werden.
Hendrik Michael (AUDI AG) 17.12.03: Mit der Einleitung zu dieser Rubrik sprecht Ihr mir persönlich ein wenig aus der Seele. Auch wenn ich bei diesem Thema hin- und hergerissen bin. Einerseits habe ich als Personalentwickler seit
einiger Zeit zwischen "ASP-Lösungen mit single sign on prinzip" und "Community und moderierten Chats, neben blended-learning Angeboten" ein wenig den Überblick verloren, denn diese IT-Welt ist nicht nur groß und
optionsreich, sie ist auch verführerisch.
Andererseits stelle ich ernüchtert fest, dass nach dem Bereitstellen von
intranetbasierter Informationsplattform und Webbasierter Community-Tools am
Ende doch wieder das "klassische Gespräch" in der Präsenzveranstaltung vom
Kunden gesucht wird und Fragen gestellt werden, welche diese schöne,
optionsreiche IT-Welt schon beantwortet haben sollte. Die gesamthafte
Betrachtung lässt all die Möglichkeiten der IT doch wieder arg
zusammenschmelzen. Menschen erfolgreich zu machen bleibt Aufgabe von
Menschen. Gut zu wissen ;-)
Hansjörg Groß (Freudenberg IT KG) 12.1.04: Ich kann der These, dass alle enttäuscht werden, die glauben, dass PE dank IT funktioniert, nur zustimmen.
Es kann sogar "noch" schwieriger werden, da eineindeutige Bewertungsmerkmale
und Skalierungen vorgeben werden sollten, damit vergleichbare Aussagen
möglich sind. Bei nicht PC-gestützten Systemen können solche Unschärfen eher
ausgeglichen werden.
Vorteilhaft ist die Unterstützung durch ein System überall dort, wo vermutet
werden kann, dass statt objektiver Faktoren eher subjektive für Fach- oder
Führungskarriere entscheidend sind.
Es gelten aus meiner Sicht ähnliche Fragen und Herausforderungen wie bei
Assessmentcentern; jedes System ist so gut wie die Personen, die es
ausführen. Bei PE per System ist die Schulung der Führungskräfte das A & O;
ich denke, dass ich als PE´ler nicht die Kompetenz habe, alleine über PE
jeder Form zu entscheiden; für mich ist und bleibt dies Führungsaufgabe der
jeweiligen Vorgesetzten; Personalmanagement und/oder PE können hierzu
geeignete Methoden, Systeme und Instrumente zur Verfügung stellen, beraten
und unterstützen. Entscheidungen über Maßnahmen sind aus meiner Sicht an
anderen Stellen zu treffen.