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  Väter und Karriere

 Themen im Fachforum  ::   Väter und Karriere


Unsere Ankündigung der Umfrage "Väter zwischen Familie und Karriere" hat eine ganze Reihe von Reaktionen ausgelöst. Hier die interessanten Zuschriften:

Franz Stadlberger (16.3.2005): "Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie dieses so zentrale Thema auf den Tisch bringen. Die Umfrage hat in aller Kürze die wesentlichen Punkte abgefragt. Ich kann nur den Männern raten, die sich den Beruf zum Lebensinhalt machen, dass sie sich mit dem Thema Partnerschaft und Kinder intensiv auseinander setzen. Hier erhalte ich, wenn es denn möglich ist (viele Unternehmen machen da ja Probleme) auch Energie für mein Leben und meinen Beruf. Der Gewinn liegt auf beiden Seiten, auf der der Kinder und der Ehe sowie im Beruflichen. Die Frage nach den Männern beinhaltet aber auch die Frage nach den Frauen, denn die Männerfrage ist stets auch eine Frauenfrage."


Dieter Memmeler (25.2.05): "Schön, dass diesmal das sogenannte harte Geschlecht sich mal auf eine Weise outen darf, die diesem Stigma gar nicht gerecht wird.
Meines Erachtens lebt die westliche Gesellschaft mit wenigen Ausnahmen in dieser Beziehung noch im Mittelalter. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht nur ein Grundrecht, sondern auch überlebenswichtig. Hoffentlich nutzen viele diese Möglichkeit, mutig den Istzustand darzustellen, um zu einer längst überfälligen Verbesserung dieses geschlechtsneutralen Problems beizutragen."


Wolfgang Scheiffele (23.2.05): "Ich freu mich über Ihre Initiative und Umfrage. Als Mann, der bis vor 1/2 Jahr alleinerziehender Vater und selbstständiger Unternehmensberater war, nicht in fester Bindung lebt, passen die Fragen der Umfrage einfach nicht - sie ist viel zu eng konzipiert. Trotzdem würde ich gerne über die Ergebnisse informiert werden. Danke! Und: Es ist für uns alle wichtig, was Sie da machen, bleiben Sie dran!"


Alexander v. Stryk (23.2.05): "Ich habe mit einigem Interesse Ihre Online-Umfrage zu beantworten begonnen - jedoch war´s schwer, für mich zutreffende Antworten zu finden. Die Prämisse ist, scheint´s, dass Karriere unabdingbar ist, ein Verzicht ein Opfer, und die Abstimmung, wie denn doch alles unter den berühmten Hut zu bringen ist, das entscheidende Ziel.

Mein Weg ist wohl eher unkonventionell: Ich arbeite Teilzeit mit etwas Führungs- und ohne Personalverantwortung, habe ziemlich wenig Geld, ziemlich viel Zeit, erlebe erfreulich viel von und mit meiner Familie, und misse bei alledem nichts. In Ihrer Umfrage bin ich dabei so abseits, dass ich meine Position unter den angebotenen groben Kriterien nicht wirklich unterbringen kann - dennoch würde ich mich über die Ergebnisse freuen."


Joerg Urbschat (23.2.05): "Das Thema ist wichtig und toll. Allerdings scheint es mir, als ob beim Aufbau der Fragen davon ausgegangen wird, dass die Situation der Väter so ist, dass sie viel arbeiten und nach Veränderung in Richtung mehr Zeit für Familie gefragt wird.
Bei mir ist die Situation anders: ich arbeite seit 2 Jahren mit meiner Frau an einem Patchwork-Modell, wo jeder die Hälfte jeweils an Einkommen und Kinderzeit erbringt. Wir denken eher nach, ob wir das wieder in eine klassiche Verteilung zurückdrehen müssen, weil es finanziell so eng ist. Deshalb konnte ich manche Fragen nicht gut beantworten."


Jurij Ryschka (22.2.05): "Toll, dass Sie eine solche Umfrage in Angriff genommen haben. Allerdings hatte ich meine Schwierigkeiten mit einigen Items. Z.B. aktiver Umgang mit Kinder – meint: die Betreuung der Kinder übernehmen und gleichzeitig die haushaltlichen Pflichten erfüllen (mit Kindern einkaufen, kochen, etc.) oder "wirklich" aktive Beschäftigung mit Kindern: volle Konzentration auf das Spiel mit Kindern..."


Georg Zepke: (22.2.05): "... habe den Fragebogen gerne ausgefüllt; allerdings für mich mit meinem drei Monate alten Sohn waren mache Fragen nicht sehr sinnvoll beantwortbar. Für Väter mit älteren Kindern haben sich da vielleicht schon mehr Routinen eingespielt um generalisierte Antworten zu geben
+ Viele Antworten hätte ich vor einem Monat ganz anders beantwortet und werde sie in einem Monat oder gar in einem Jahr vermutlich wieder anders beantworten müssen. Gerade bei diesem Thema wird für mich deutlich, dass es sich dabei um einen hoch dynamischen Prozess handelt, der durch ein statisches Befragungsinstrument nur sehr beschränkt adäquat erfasst werden kann
+ "aktive Zeit mit Kindern" war für mich sehr schwer zu beantworten; hätte mit guten Gewissen 5 aber auch 50 Stunden schreiben können
+ Gefehlt hat mir dafür die Frage nach einem (geplanten) Väternkarenz
Danke aber jedenfalls für Ihre wichtige und interessante Initiative durch die Umfrage einen Nachdenk- und Diskussionsprozess über das spannende Thema anzustoßen.


Stefani Theis (21.2.05): "Obwohl ich kein Mann, sondern eine Frau bin, möchte ich gerne sofort reagieren, aber ganz ohne Häme. Ich finde, dass Sie da ein ganz heißes und wichtiges Thema anfassen. Dieses Thema steht auf der Grenze zwischen privater und unternehmensinterner Angelegenheit. Bisher meist familienintern ausgetragen, haben die daraus hervorgehenden Entscheidungen massiven Einfluss auf die Unternehmen. Es geht meiner Meinung nach weit über den Begriff "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" hinaus, besser fände ich "Vereinbarkeit von Beruf und Lebensentwurf". Annähernd ist dieser Punkt in den work-life-balance Konzepten enthalten.

Und ich finde es großartig, dass sie es aus Männer-Sicht und -Erleben anfassen, um es nicht bei den Frauenbeauftragten versauern zu lassen als sogenanntes Minderheiten-Thema. Das Thema geht alle an. Und es braucht Öffentlichkeit! Ich werde es auf jeden Fall weitergeben (auch an meinen Mann).


Mechthild Boeckh (21.2.05): "Eine super Idee!! Schade, dass ich kein Mann, bzw. Vater bin - würde sonst sofort mitmachen."


Uschi Ringwald (20.2.05): "Als allein erziehende Mutter einer nunmehr flüggen 22jährigen Tochter und als durchgängig Berufstätige begrüße ich Eure Umfrage. Ich bin Organisationsentwicklerin und mache viele Trainings (Projektmanagement) in der Automobilbranche mit überwiegend männlichen Seminarteilnehmern. In den Pausengesprächen ist das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf häufiger im Gespräch. Mit einem Nord-Süd-Gefälle ist mein Fazit dazu:
  1. Kinder sind nach wie vor weitgehend Frauensache, u. a. weil Frauen weniger verdienen wie Männer und deshalb eher zuhause bleiben/ halbtags arbeiten. Dass sie in aller Regel damit den Anschluss an den Beruf verlieren und ihre Karriere opfern, ist die konsequente Folge.
  2. Die Kinderbetreuung in Deutschland hat sich in den letzten 22 Jahren eher verschlechtert - zumindest in Berlin war es vor 22 Jahren deutlich einfacher, eine Tagesmutter für das Baby zu bekommen.
  3. Die allgemeine Einstellung in Deutschland zu dem Thema ist - wieder mit dem Nord-Süd-Gefälle - schon noch sehr deutlich so geprägt, wie es einer der Ingenieure in meinen Seminaren (33 Jahre, verheiratet, 2 Kinder) formulierte: "Schließlich gehört die Mutter zu den Kindern. Meine Frau bleibt deshalb auch zuhause. Ihr macht das auch mehr Spaß - wenn nicht diese blöden Feministinnen wären, die ihr ein schlechtes Gewissen machen."
  4. Seine eigene Rolle sah er eher im Wochenendpapa - schließlich muss er jeden Tag 10 bis 12 Stunden arbeiten und erlebt unter der Woche die Kinder nur schlafend. Und das ist auch meine Erfahrung aus dem Austausch unter den Seminarteilnehmern - viele arbeiten bereits deutlich mehr als 38,5 Wochenstunden. Arbeitstage mit 10 bis 12 Stunden scheinen keine Seltenheit mehr zu sein. Und das verhindert natürlich auch das Zusammenkommen von Beruf und Familie.
  5. Die wenigen Männer, die erzählen, dass sie tatsächlich die Elternzeit genommen haben, berichten dagegen, dass es zum einen eine Erfahrung war, die sie nicht missen wollen, aber dass es ihrer Karriere nicht unbedingt gedient hat.


Claudia Schmitz (20.2.05): "Ich finde es sehr interessant und auch mutig, daß sich die Väter dazu durchringen. Ich war vorige Woche noch bei einem Vorstand, der die "Heldenphilosophie" vertritt. Für diesen Vorstand wären solche Väter völlig indiskutabel gewesen und hätten gleich einen Knoten in ihre Karriereplanung machen können. Wir sind von der Umsetzung Work-LIfe-Balance noch weit weit weg, zumindest in vielen Branchen...."


Sebastian Strecker (18.2.05): "Ihre Umfrage zum Thema Väter und Beruf finde ich gut und ich habe gerne teilgenommen. Verwundert finde ich nur den "Preis", den Sie auslosen: wenn ich den Seminartag gewinne, bin ich doch noch einen Tag zusätzlich weg von meiner Familie?!!!
Ich hatte erwartet, dass etwas für die Familie der Preis sein könnte (z.B. ein Tag Wellness mit den Kindern zusammen :)
Soweit mein Feedback. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.


Reiner Knabenschuh (18.2.05): "Ich denke schon, daß es von großem Interesse ist, dieses Thema genauer zu beleuchten. Dass es für Frauen von Bedeutung ist - gut, das weiß man. Dass aber auch (insbesondere moderne) Männer hier innere Konflikte austragen, das ist bisher noch nicht deutlich geworden. Viele Vorgesetzte aus den Ebenen, die über denen der Väter liegen, sehen diese Probleme (aufgrund eines anderen Verständnisses) oft nicht...)


Bernhard Kuntz (18.2.05): "Meine persönliche Erfahrung zum Thema - als Vater dreier Töchter: Kinder machen nicht nur manches schwieriger, sie erleichtern auch vieles. Zum Bespiel, denke ich im Gegensatz zu vieles gleichaltrigen "Singles" nur selten über den Sinn meiner Arbeit nach - er besteht schlicht zu einem großen Teil darin, den Lebensunterhalt für meine Familie zu verdienen. Und, meine Kinder ermöglichen es mir, schnell von der Arbeit abzuschalten. Zum Beispiel, indem sie abends, wenn ich nach Hause komme, aus allen Ecken "Papa, Papa" schreien.


Kerstin Uhrig (18.2.05): "Das ist ja mal ein Ding! Seit ca. 5 Jahren arbeite ich u.a. zu diesem Thema. Wir haben dazu im Rhein-Main-Gebiet das Aktionsforum Männer und Leben - für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegründet, dass im November 2003 bei der IHK Frankfurt, in der Börse, eine Tagung (Väter ein Gewinn für Unternehmen?!) mit 150 Teilnehmern durchgeführt hat. Insofern freut es mich, wenn ich feststelle, dass das Thema Raum greift. In dem Aktionsforum sind ca. 70 Akteure aus allen gesellschaftlichen Bereichen, selbstverständlich auch Unternehmen aller Größenordungen, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände. Ebenso gibt es im Moment dazu Umfragen in Unternehmen und auch auf europäischer Ebene ist einiges in Bewegung. Ich schicke Ihre Mail gerne weiter.


Sigrid Koneberg (18.2.05): "Sie haben bei der Umfrage eine Gruppe vergessen: die der Mütter, die Alleinverdiener einer Familie sind (zugegeben, wir sind noch sehr wenige). Diese Mütter haben noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen (ich spreche da aus eigener leidvoller Erfahrung). Bin ich damit als vollwertiger "Vater" zu sehen, oder dürfen bei Ihrer Umfrage wirklich nur Männer mitmachen?"

 

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