| Coaching by Wolf (mt) |
Beim
Coaching von
Führungskräften oder Teams ist es hilfreich mit Analogien zu arbeiten. Bei
Führungskräften und Wölfen liegen die Analogien auf der Hand.
Bei der Beobachtung von Wölfen lassen sich folgende Rollen unterscheiden:
- Leitwolf
Meist ist nicht das größte und stärkste Tier Leitwolf, sondern das jeweils sozial und emotional intelligenteste Männchen oder Weibchen.
Leitwölfe leben die "Werte" ihrer Gattung in ihren Rudeln vor. Sie sind loyal, fürsorglich und verantwortungsvoll. Sie kommunizieren sehr klar, besonders in Konfliktsituationen. Sie betreiben im Wortsinn Walk-Around-Management: sie laufen ständig zu ihren Teammitgliedern und versichern sich, dass alles in Ordnung ist. Sie loben durch Zärtlichkeit. Sie machen nichts, was demotiviert. Sie geben Entscheidungsfreiräume, damit Jungwölfe sich entwicklen können. Sie erlauben Jungwölfen, Fehler zu begehen. Sie delegieren und lassen los. Delegieren ist ein wichtiges Element im Führungsstil von Wölfen. Wenn Leitwölfe merken, dass ein Jungtier überfordert ist, reißen sie nicht wieder abrupt die Führung an sich, sondern stupsen die Lernenden in die richtige Richtung. Sie übernehmen in Gefahrensituationen ohne Wenn und Aber das Kommando. Für die anderen Wölfe im Rudel gibt es dann keinen Raum für Diskussionen.

- Beta-Wolf
Der Beta-Wolf ist absolut gleichgestellter Stellvertreter des Leitwolfs. Im Wolfsrudel gibt es keine "rechte Hand des Chefs" oder "Assistenzfunktion".
- Jungwolf
Jungwölfe dürfen Fehler machen. Leitwölfe hindern Jungwölfe nicht daran, zu früh loszupreschen und damit das Wild zu verscheuchen. Dabei wird akzeptiert, dass das Rudel nichts zu fressen bekommt, denn nur so lernen die Jungen.
- Omega-Wolf
Manchmal kleinere, schwächere Wölfe, manchmal auch abgesetzte Leitwölfe eines Gehegerudels. Geduckte Körperhaltung, eingeklemmter Schwanz. In freier Wildbahn ist die Omega-Rolle selten besetzt und wenn, dann temporär.
Omega-Wölfe haben Blitzableiterfunktion (ähnlich einem Hofnarren): Sie kanalisieren im Rudel die Aggressionen, die das Rudel handlungsunfähig machen würden. Ihre Funktion: Aggressionen auf sich nehmen, bei Aggressionen dazwischen gehen, Aggressionen ablenken bzw. umlenken.
Es gibt auch eine
Karriere bei den Wölfen. In freier Wildbahn verlassen die Jungtiere das Rudel und gründen eine eigene Familie, der sie als Leittier vorstehen. Im Gehege wird jährlich um die Rangfolge gekämpft. Meist sind nicht das größte und stärkste Tier Leitwolf, sondern das jeweils sozial und emotional intelligenteste Männchen oder Weibchen.
(nach:
Irina Schefe: Der etwas andere Chef, Brand eins 08/2010, S. 114-117, MWonline zur Verfügung gestellt von
Michael Tarnowski, Prozess- und Innovationsberatung, Unternehmenstheater)
Foto: © Templermeister /
PIXELIO
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