| Fehler beim Doppeln (jt) |
Doppeln (jt) ist eine sehr hilfreiche Technik im Rahmen der Konfliktklärung. Allerdings gilt es, einige Besonderheiten zu beachten. Typische Fehler sind:
- Der Mediator doppelt nicht nur das Gesagte, sondern tut dies auch in einem emotionalen Tonfall oder zeigt mit dem Zeigefinger auf die andere Seite. Dies sorgt für eine unnötige Eskalation, der Gegenüber fühlt sich vom Mediator angegriffen.
Aufgabe des Mediator ist es, Emotionen mit klarer Stimme zu benennen und sie so zu entschärfen.
- Der Mediator erhebt sich bereits beim Fragen um Erlaubnis und geht auf den Teilnehmer zu. Aber Doppeln passt nicht an jeder Stelle, daher sollte der Mediator zurückgelehnt auf seinem Platz sitzen bleiben, bis er die ausdrückliche Erlaubnis bekommen hat.
- Der Mediator versucht, eine Lösung zu doppeln: "Ich würde dir anbieten, dass ich..." Aber eine solche Lösung untergeschoben zu bekommen, nehmen Konfliktparteien übel, weil es gegen ihre Autonomie verstößt. "Doppeln sollte lösungslos sein."
- Der Mediator hockt nicht neben dem Teilnehmer, sondern steht neben oder hinter ihm. Das Hocken auf Augenhöhe signalisiert, dass der Mediator dem Teilnehmer dient, dieser hat die "Deutungshoheit".
- Der Mediator akzeptiert zögerliche Zustimmung. Wenn jedoch die gedoppelte Partei ablehnt oder länger als eine Sekunde zögert, muss der Mediator das Gesagte deutlich korrigieren in Richtung der anderen Partei: "Nein, das stimmt nicht. Wie stimmt es denn?" Es kann durchaus sein, dass nach dem Zögern dann doch eine Zustimmung kommt, weil der Gedoppelte einen Moment brauchte, um das Gesagte zu verdauen. Aber dazu sollte er nicht gedrängt werden.
(aus:
Tilman Metzger: Doppeln - oder die hohe Kunst des Übersetzens, Zeitschrift für Konfliktmanagement 5/2009, S. 142-143)
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