| Telemedizin (jt) |
Der Deutsche geht im Durchschnitt pro Jahr ca. 18 mal im Jahr zum Arzt. Wie viele Stunden seines Lebens sitzt er dabei wohl im Wartezimmer herum? Eine Statistik dazu wäre interessant. Noch interessanter aber ist die Möglichkeit der Telemedizin. In der Schweiz experimentiert man mit dem kostenlosen medizinischen Rat per Telefon.
Am anderen Ende der Leitung sitzen ausgebildete Fachärzte, und die tun etwas, das man im Grunde jedem Arzt empfehlen sollte: Fragen und zuhören. Im Durchschnitt dauert ein solches Gespräch 15 Minuten, während der Arztbesuch häufig nach 8 Minuten beendet ist. Kein Wunder, denn der deutsche Mediziner schleust im Schnitt 38 Patienten pro Tag durch seine Praxis.
Aber kann man am Telefon wirklich helfen? Man kann. Ein Drittel möchte nur eine zweite Meinung einholen, ein Drittel möchte wissen, ob man sich selbst helfen kann. Und ein Drittel wird zum richtigen Facharzt oder an eine Klinik verwiesen. Je spezifischer die Beschreibung der Symptome, umso eher kann der telefonische Ratgeber helfen. Und das rund um die Uhr und praktisch ohne Wartezeit. In Deutschland findet die Idee noch keine Anhänger - bei den Ärzten. Erste Ansätze bei Krankenkassen aber gehen in diese Richtung.
Viel Geld kann man mit dem Modell nicht sparen. Es werden immer noch genug Patienten ins Krankenhaus geschickt, und der Service kostet die Krankenkassen natürlich auch einiges. Aber dem einzelnen Patienten wird so manche Stunde in hässlichen Wartezimmern erspart, die Qualität der Behandlung steigt (wenn der Arzt vor Ort sich die gewonnene Zeit nimmt) und man könnte dem drohenden Ärztemangel ein gutes Stück begegnen.
(aus:
Christian Weymayr: In Rufweite, brand eins 11/2009, S. 48-46)
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Publikationen zu diesem Thema: |
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Autor / Titel |
Kurzbeschreibung |
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Christian Weymar In Rufweite brand eins (Heft 11, 2009) |
In der Schweiz und in anderen europäischen Ländern gibt es Systeme, bei denen Patienten einen kostenlosen ärztlichen Telefondienst anrufen können, anstatt gleich in eine Praxis oder eine Klinik zu gehen. Hierzulande ist das unbekannt und wird vehement abgelehnt. |