| Tipps für das Exit-Interview (jt) |
Wenn Mitarbeiter von sich aus kündigen, ist das zwar bitter, aber es steckt immerhin noch die Chance darin, eine ehrliche Rückmeldung zum eigenen Unternehmen zu bekommen. Aber wer führt diese Exit-Interviews wirklich? Und wer ist anschließend an den Ergebnissen interessiert? Sei´s drum, hier die Tipps, wenn man es ernst meint.
- Warten Sie mit dem Interview, bis alle Formalitäten erledigt sind und der Kündigende auch sein Zeugnis in Händen hält.
- Zwingen Sie niemanden - wenn jemand nicht möchte, lassen Sie ihn in Ruhe ziehen.
- Erklären Sie, wozu Sie das Interview führten und wer nachher die Ergebnisse zu Gesicht bekommt.
- Versuchen Sie nicht, aus dem Interview ein "Umdrehgespräch" zu machen. Die Versuche, ihn zu halten, sollten vorher erfolgt sein, jetzt ist es definitiv zu spät.
- Lassen Sie sich nicht provozieren, egal, wie drastisch das Feedback ausfällt. Notieren Sie sich die wichtigsten Punkte und sagen Sie zu, der Sache nachzugehen.
- Verteidigen Sie weder sich noch andere. Sie möchten etwas erfahren und nicht etwas ins rechte Licht rücken.
- Fragen Sie offen und haken Sie nach. Gute Fragen sind: "Unter welchen Umständen würden Sie zurückkehren? Was würden Sie an unserer Stelle anders machen?"
Der Tipp, anschließend auch Konsequenzen zu ziehen, ist sicher mehr als banal. Die Frage ist, ob Sie überhaupt die Mittel haben, an den kritisierten Dingen etwas zu ändern. Haben Sie dazu gar keine Möglichkeit, ist das Interview kaum mehr als eine nachgelagerte Personalmarketing-Maßnahme. Aber täuschen Sie sich nicht: Wer geht, kennt Ihr Unternehmen so gut, dass er das leicht durchschaut.
(Nach:
Julia Trösser:
Crashkurs im Führen von Exit-Interviews, Handelsblatt perspektiven, 1.2.2008 S.16)
Mehr zum Thema: Austrittsgespräche (ph) und Fragen beim Austrittsgespräch (jt)
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